Donnerstag, 02. Februar 2012
Zum letzten Mal präsentiert Deutsche-Bank Josef Ackermann die Jahresbilanz des Branchenprimus und muss enttäuschen. Das Geldinstitut hat Ende des vergangenen Jahres wegen der Euro-Schuldenkrise überraschend rote Zahlen geschrieben.
Der Verlust vor Steuern im vierten Quartal betrug 351 Millionen Euro nach einem Gewinn von 707 Millionen Euro ein Jahr zuvor. Analysten hatten im Schnitt mit einem Milliardengewinn gerechnet.
Die Schuldenkrise führte zu einer Flaute am Anleihemarkt, die das Kerngeschäft Investmentbanking massiv belastete. Die vom künftigen Co-Chef Anshu Jain geleitete Kapitalmarkt-Sparte schrieb einen Verlust von 422 Millionen Euro.
Im Gesamtjahr verdiente das Institut vor Steuern 5,4 Milliarden Euro und will seinen Aktionären wie im Vorjahr 0,75 Euro je Aktie Dividende zahlen. Angepeilt hatte der scheidende Vorstandschef Josef Ackermann zehn Milliarden Euro Gewinn, aber wegen der Schuldenkrise war spätestens seit Herbst klar, dass dieses Ziel nicht mehr zu erreichen ist.
Die Zahlen der Deutschen Bank stießen den Anlegern übel aufgestoßen. Mit einem Abschlag von sechs Prozent waren sie im frühen Geschäft von Lang & Schwarz der größte Verlierer im Dax. "Die Zahlen sind durchweg schlechter und weit unter den Erwartungen, das ist eine große Enttäuschung", sagte ein Händler. Da die Aktien seit Jahresbeginn gut gelaufen seien, dürften heute viele ihre Gewinne mitnehmen.
rts/DJ