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Freitag, 14. August 2009

Branchenexperte Diez ist sicher

VW und Porsche gewinnen

Von der Schaffung des neuen Auto-Giganten VW/Porsche profitieren nach Ansicht des Branchenexperten Willi Diez beide Hersteller massiv. Allerdings müssten bei einer erfolgreichen Zusammenarbeit Spielregeln berücksichtigt werden, sagte der Leiter des Instituts für Automobilwirtschaft in Geislingen/Steige. "VW wird mit Porsche von allen großen Autoherstellern das breiteste Marken- und Modellangebot haben", sagte Diez. "Viele Marken bedeuten aber nicht automatisch viel Erfolg."

Es müsse auch künftig eine klare Abgrenzung der Marken geben. "Der Kunde kauft nicht nur ein Auto, sondern auch eine Marke." Auf der anderen Seite müssten möglichste viele Synergien bei Forschung und Entwicklung genutzt werden. Dies gelte vor allem für die Antriebstechnik, beispielsweise bei der Entwicklung von Hybrid- und Elektromotoren.

Zwar seien die Anfänge bereits gemacht, der Cayenne Diesel von Porsche hat beispielsweise einen Audi-Motor unter der Haube. Es gebe aber noch Potenzial, sagte Diez. Bisher würden bei Porsche pro Fahrzeug rund 9000 Euro in Forschung und Entwicklung gesteckt. Im Branchendurchschnitt liege der Wert bei 1000 bis 1500 Euro.

Der Sportwagenbauer ist nach Ansicht von Diez für VW ein großer Gewinn: "Porsche ist eine Perle." Die Sportwagenschmiede bringe zwar nur eine vergleichsweise bescheidene Stückzahl in den neuen Konzern ein, dafür aber ein gutes Image und großes Wissen in Sachen Vermarktung. Dies gelte vor allem für den US-Markt, wo sich Audi und VW noch schwertäten, sagte der Auto-Experte. Die USA seien für VW künftig ein wichtiger Markt, wenn der Autohersteller bis 2018 Toyota als größten Autobauer der Welt ablösen will.

Die Konkurrenz müsse sich warm anziehen. "Daimler und BMW müssen sich überlegen, wie sie gegen dieses Phalanx des VW-Konzerns im Premiumsegment angehen", sagte Diez. Audi sei bereits auf Augenhöhe, nun komme auch noch Porsche hinzu. "Eine strategische Konsequenz für Daimler und BMW wäre, ihre bescheidenen Kooperationsansätze zu vertiefen."

Dies wäre seiner Ansicht nach vor allem in der Kompaktklasse denkbar. Bei der Entwicklung komplett neuer Motorengenerationen wie beispielsweise Dreizylindermotoren sei eine gemeinsame Nutzung im 1er BMW und der A-Klasse von Daimler sinnvoll, sagte Diez. Auch Kooperationen mit anderen Herstellern seien möglich. "Für das Image wäre aber sicher eine Zusammenarbeit zwischen Daimler und BMW gut."

dpa

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