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Dabei sein ist alles: China erlebt seit Jahresbeginn eine Hausse.

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Mittwoch, 29. Juli 2009

Megabörsengang in China

Licht und Schatten auf CSCEC

Begleitet von vielen skeptischen Stimmen, aber auch mit viel Spannung hatten die Investoren den weltweit größten Börsengang des Jahres durch das Wohnungsbauunternehmen China State Construction Engineering (CSCEC) erwartet. Immerhin waren bis vor wenigen Wochen in China Börsengänge noch verboten. Die Vorboten für das Rekord-IPO waren angesichts der aktuellen Hausse in China gut: Der chinesische Mautstraßenbetreiber Sichuan Expressway hatte Anfang der Woche bereits einen überraschend guten Börsenstart hingelegt. Und so ist es gekommen, wie es kommen musste: CSCE fackelte am Mittwoch ein regelrechtes Kursfeuerwerk ab. Die Aktie der China State Construction Engineering Group legte allein an ihrem ersten Handelstag an der Börse in Schanghai um 65 Prozent zu.

Chinesisches Knowhow

Der Autobahnbetreiber Sichuan Expressway hatte an der Schanghaier Börse lediglich 264 Mio. US-Dollar eingesammelt. Beim ersten Börsengang in China nach einen neunmonatigen Moratorium war der Kurs der Aktie am ersten Handelstag um 175 Prozent gestiegen. Die Papiere verteuerten sich bis Börsenschluss auf 10,90 Yuan. CSCEC galt im Vorfeld des IPO als ebenso vielversprechend. Der Konzern war immerhin bei einigen Prestigeprojekten involviert, so etwa beim Bau des nationalen Schwimmstadions und des Wasserwürfels für die Olympischen Spiele. Kenntnisse im Hochbau bewies CSCEC auch beim Bau des 492 Meter hohen World Financial Tower in Schanghai. In Moskau errichtete der Konzern das Federazija, das mit 440 Metern höchste Gebäude Europas.

Trotzdem geben sich die Experten für die weitere Enwicklung des CSCEC-Papiers auch skeptisch. Analysten warnen, dass es in China nach dem schweren Absturz der Kurse im vergangenen Jahr wieder zu einem Boom kommt, der nichts mehr mit den fundamentalen Daten der Unternehmen zu tun hat.

Der wichtigste Hausbauer des Landes sicherte sich mit seinem Handelsdebüt umgerechnet satte 5,1 Mrd. Euro für die Expansion im Sektor Privatwohnungen. Damit ist der Börsengang der größte, seitdem der US-Kreditkartenriese Visa im März 2008 aufs Parkett gegangen war. Der Konzern hat dafür zwölf Mrd. Aktien (40 Prozent des gezeichneten Kapitals) am oberen Ende der Preisspanne zu einem Ausgabepreis von 4,18 Yuan begeben. Der Preis verwunderte nicht, denn das Angebot war deutlich kleiner als die Nachfrage. Der viertgrößte Börsengang Chinas war mehr als 35-mal überzeichnet. Die Investoren, allen voran die vom Staat mit Geld versorgten Banken, spekulieren darauf, dass CSCEC vom Konjunkturpaket der Regierung profitieren wird. Marktbeobachter wittern jedoch nach wie wie vor die Gefahr einer deutlichen Überbewertung der Aktie.

Zu viel Liquidität im Markt

Die Preisspanne sei im Vergleich zum Gewinn des Unternehmens zu hoch gewesen, kommentierten Beobachter vor dem Börsengang. Das Volumen habe rund 51-mal so hoch gelegen wie der Gewinn. "Der IPO-Preis sieht gefährlich hoch aus und könnte das Geld der Investoren nach dem Börsengang verbrennen", warnte Analyst Wu Binghua von Debon Securities. "Es gibt reichlich Liquidität im Finanzsystem und eine starke Nachfrage nach allen möglichen Anlagemöglichkeiten. Es ist verrückt."

Die frühere stellvertretende Gouverneurin der chinesischen Zentralbank, Wu Xiaoling, mahnte kürzlich gar, die exzessive Kreditvergabe in China könnte für eine neue Blase an den Kapitalmärkten sorgen. CSCEC wird nicht der letzte Börsengang in der Volksrepublik gewesen sein. Nach Auflösung der IPO-Sperre standen immerhin ganze 32 chinesische Unternehmen in der Schlange.

ddi/dpa/rts

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