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Konjunktur

Freitag, 28. November 2008

Folgenschwere Proteste

Thailand fürchtet Milliardenschäden

Die Besetzung der Flughäfen von Bangkok könnte die stark vom Export und Tourismus abhängige thailändische Wirtschaft hart treffen. Falls die Blockade der Regierungsgegner noch einen Monat andauere, dürfte dies das Land nach Schätzungen der heimischen Industrie- und Handelskammer mindestens sechs Mrd. Dollar kosten.

Die Regierung des unter Druck stehenden Ministerpräsidenten Somchai Wongsawat ging zwar nur von 2,8 Mrd. Dollar aus. Das Wirtschaftswachstum des Landes, das ohnehin schon auf einem Siebenjahres-Tief dümpelt, drohe dadurch aber um bis zu viereinhalb Prozent weiter zu schrumpfen. Regierungschef Somchai forderte daher ein schnelles Ende der seit Dienstag andauernden Blockade. Die Wirtschaft des Landes könne mehr nicht verkraften.

"Die Besetzung von Suvarnabhumi hat uns völlig unerwartet getroffen", sagte der Präsident der thailändischen Luftfrachtspediteure, Kasem Jariyawong. Von dem internationalen Drehkreuz in der Hauptstadt aus würden normalerweise täglich rund 1.500 Tonnen Fracht im Wert von rund 85 Mio. Dollar nach Übersee verschickt und weitere 1.600 Tonnen umgeschlagen. Wegen der Blockade transportierten aber mittlerweile viele Exporteure ihre Waren per Lkw oder Schiff nach Singapur, um sie von Kuala Lumpur aus wegzufliegen. "Beide Seiten sollten einen Schritt aufeinander zugehen und im nationalen Interesse einen Kompromiss finden", forderte Kasem.

Nach Ansicht vieler Experten ist die Beilegung des Konflikts dringend notwendig. Sonst stelle sich die Frage, ob das Vertrauen in den thailändischen Markt überhaupt wiederhergestellt werden könne, sagte der in Singapur ansässige Forecast-Volkswirt Carl Rajoo.

Die Demonstranten der Volksallianz für Demokratie (PAD) halten beide Flughäfen der Hauptstadt unter ihrer Kontrolle. Sie fordern den Rücktritt von Ministerpräsident Somchai. Tausende Touristen sitzen deshalb in Bangkok fest. Am Freitag verhandelte die Polizei mit den Besetzern des Inlandsflughafens über eine Räumung.

von Vithoon Amorn, Reuters

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