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Montag, 04. August 2008

Experten sind sich sicher

Fed wird Zinsen nicht ändern

Die US-Notenbank dürfte bei ihrer Sitzung am Dienstag die Zinssätze unangetastet lassen. Die wachsende Arbeitslosigkeit in den USA hat diese einhellige Meinung der Experten noch untermauert. Im Mittelpunkt des Interesses wird daher wohl eher die Einschätzung zum Zustand der weltgrößten Volkswirtschaft stehen, die der Offenmarktausschuss der Federal Reserve (FOMC) nach seinen Beratungen am Dienstag abgeben soll. Die jüngste Konjunkturflaute macht Unternehmen und Anlegern zu schaffen, doch die Währungshüter haben nicht zuletzt wegen der hohen Ölpreise auch der Teuerung den Kampf angesagt.

Die Arbeitslosenrate kletterte im Juli in den USA auf 5,7 Prozent und war damit so hoch wie schon seit März 2004 nicht mehr. "Die Verluste von Arbeitsplätzen sind nicht dramatisch", sagte Gary Thayer von Wachovia Securities in St. Louis. "Aber sie zeigen, dass die Wirtschaft sehr nah an einer Rezession ist und dass Probleme auf dem Arbeitsmarkt den Verbrauchern wahrscheinlich Sorgen bereiten werden."

Der Schlüsselzins in den USA beträgt derzeit zwei Prozent. Mit einer Serie von Zinssenkungen hatten die Notenbanker um Fed-Chef Ben Bernanke in den vergangenen Monaten die Folgen der Immobilien- und Finanzkrise abfedern wollen. Mitte September hatten die Währungshüter die Lockerung der Geldpolitik bei einem Zinssatz von 5,25 Prozent begonnen. Zuletzt hatte die Federal Reserve Bank im April die Zinsen gesenkt, bei der Sitzung im Juni blieben die Sätze unverändert.

US-Banken, die direkt mit der Federal Reserve handeln, gehen davon aus, dass die Notenbank noch abwartet und die Zinsen am Dienstag unangetastet lässt. Diese Prognose gaben alle 15 Primärhändler ab, die an der Befragung teilnahmen. Im Mittel sehen sie den Zinssatz weiterhin bis Ende des Jahres bei zwei Prozent. "Die Wirtschaftslage verschlechtert sich weiter, und die Inflation wird nachlassen", sagte Ted Ake von Mizuho Securities USA. "Das nimmt den Druck von der Fed, die Zinsen zu erhöhen."

Während von dem Treffen am Dienstag noch keine Zinserhöhung erwartet wird, gehen Marktteilnehmer mittelfristig sehr wohl von einer Rückkehr zu einer strafferen Geldpolitik aus. Die US-Zinsfutures signalisieren, dass die Mehrheit der Börsianer eine Erhöhung um 25 Basispunkte bis Januar für wahrscheinlich hält. Für die Fed-Sitzung im September wird die Wahrscheinlichkeit bei nur 36 Prozent gesehen, für das Treffen im Oktober bei einem Verhältnis von zwei zu drei.

Tamawa Kadoya und Ros Krasny, Reuters

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