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Bosch kauft Ersol: Bewegung in Solarbranche

Montag, 02. Juni 2008

Bosch kauft Ersol

Bewegung in Solarbranche

Mit der milliardenschweren Übernahme von Ersol durch den Autozulieferer Robert Bosch dürfte der seit langem erwartete Startschuss für die Konsolidierung der Solarbranche gefallen sein. An der Börse deckten sich die Anleger in Erwartungen weiterer Zusammenschlüsse zu Wochenbeginn mit Solaraktien ein. Bosch hatte zuvor angekündigt, Ersol für rund 1,1 Mrd. Euro kaufen zu wollen.

Durch die Übernahme will der weltgrößte Autozulieferer seine Aktivitäten im Bereich der erneuerbaren Energien ausbauen. "Die Übernahme ist für Ersol absolut positiv", sagte Ersol-Chef Claus Beneking. Gemeinsam seien die geplanten Investitionen und die Entwicklung neuer Technologien besser zu stemmen. Die im Technologieindex TecDax notierten Ersol-Aktien schossen nach der Ankündigung um 63 Prozent auf 100,85 Euro nach oben und lagen damit knapp unter dem von Bosch angekündigten Kaufpreis von 101 Euro je Anteilsschein.

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Experten halten weitere Zusammenschlüsse angesichts der sinkenden staatlichen Förderung von Solarenergie für wahrscheinlich. Um keinen Einbruch bei der Nachfrage zu erleben, sind die Solarfirmen gezwungen ihre Preise zu senken. Gleichzeitig müssen sie wegen des Booms hunderte Millionen in den Kapazitätsausbau investieren. Analyst Theo Kitz von Merck Finck sieht kleinere Werte wie Solon oder Sunways als mögliche Übernahmekandidaten. Sie seien noch stark vom Inlandsgeschäft abhängig und könnten daher die sinkenden Fördersätze nicht so leicht wegstecken wie etwa die beiden Schwergewichte Solarworld oder Q-Cells.

Die Ersol-Übernahme durch Bosch zeige, dass nun auch die großen Namen trotz der gesenkten Förderung in die Branche investieren, sagte ein Börsianer. Übernahmegelüste werden Mischkonzernen wie Siemens und General Electric nachgesagt, die bereits in der Windkraft aktiv sind. Bei den Versorgern RWE und Eon steht erklärtermaßen die Windkraft im Fokus ihrer Erneuerbare-Energien-Sparten. Solarworld-Chef Frank Asbeck vertritt die Auffassung, dass am Ende nur noch zehn große Firmen überleben werden.

Bosch hat nach eigenen Angaben bereits einen Vertrag mit den Ersol-Eignern Ventizz Capital Fund und Ventizz II Jersey Holding über den Kauf ihrer Anteile von insgesamt 50,45 Prozent für 546,4 Mio. Euro geschlossen. Mit einem Kaufpreis von 101 Euro je Ersol-Aktie liegt die Offerte rund 63 Prozent über dem Schlusskurs vom Freitag. "Das ist ein ordentlicher Aufschlag", sagte ein Börsianer. Für die verbleibenden Ersol-Aktien will Bosch ein öffentliches Übernahmeangebot vorlegen. Die Transaktion muss noch von den Kartellbehörden genehmigt werden.

Nach Aussage von Ersol-Chef Beneking sind keine größeren Einschnitte zu erwarten. "Bosch will Ersol wegen der Substanz erwerben." Ersol peilt in diesem Jahr mit rund 1000 Mitarbeitern einen Umsatz von mehr als 300 (Vorjahr: 160) Mio. Euro an. Um mit der rasant wachsenden Nachfrage nach Solarstrom Schritt zu halten, will die Firma bis zum Jahr 2012 rund 500 Mio. Euro in ihre Kapazitätserweiterung investieren.

Bosch-Geschäftsführer Franz Fehrenbach kündigte an, mit Ersol die Photovoltaik-Aktivitäten des Konzerns weiter ausbauen zu wollen. In diesem Jahr werde mit erneuerbaren Energien ein Umsatz von rund 750 Mio. Euro angepeilt. Konzernweit setzte Bosch im vergangenen Jahr 46,3 Milliarden Euro um. Die Stuttgarter sind bereits in der Antriebstechnik für Windkraftanlagen aktiv und stellen zudem Elektrowärmepumpen und Sonnenkollektoren her. Seit Juni 2007 kooperiert Bosch zudem mit BASF und der Dresdener Heliatek GmbH auf dem Gebiet der organischen Photovoltaik.

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