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Das WestLB-Logo an der Düsseldorfer Zentrale ist bereits abgeschraubt worden.
Das WestLB-Logo an der Düsseldorfer Zentrale ist bereits abgeschraubt worden.(Foto: dpa)

Restbank startet als Dienstleister: WestLB ist zerschlagen

Das Wort Geschichte macht im Juni die Runde. Erst kracht der langjährige Drogerie-Marktführer Schlecker zusammen. Nun verschwindet mit der WestLB sogar eine Großbank. Die Restbank nennt sich nun "Portigon". Für die Schrottpapiere gibt es bereits eine "Bad Bank". Das Sparkassen- und Mittelstandsgeschäft geht an die Helaba.

Mit der WestLB verschwindet erstmals seit dem Ausbruchder Finanzmarktkrise in Deutschland vor knapp fünf Jahren eine Großbank von derBildfläche. Die einst mächtige Landesbank Nordrhein-Westfalens wurde nach hohenVerlusten und milliardenschweren Rettungspaketen wie mit den europäischen Wettbewerbshüternvereinbart . Dabei entstanden drei Teile.

Die Restbank heißt nun Portigon.
Die Restbank heißt nun Portigon.(Foto: REUTERS)

Das Sparkassen- und Mittelstandsgeschäft der WestLB wurdemit 40 Milliarden Euro Bilanzsumme an die Landesbank Hessen-Thüringen (Helaba) angedockt.Papiere der WestLB im Volumen von ungefähr 100 Milliarden Euro und die WestLB-ImmobilientochterWestimmo wandern in die "Bad Bank", die bereits WestLB-Schrottpapiereabwickelt.

Der restliche Teil der WestLB startet unter dem Namen"Portigon" neu durch. Das Institut, das zur Verlustabdeckung von Bund,Land und Sparkassen gut 4 Milliarden Euro erhält, soll als international tätigeServicegesellschaft tätig werden. Alleiniger Eigentümer von "Portigon"ist das Land Nordrhein-Westfalen. An der Spitze der WestLB-Nachfolgerin steht derenletzter Chef, Dietrich Voigtländer.

Tausende von Mitarbeitern der WestLB blicken indes ineine ungewisse Zukunft. Die Zerschlagung der Bank ist mit einem drastischen Stellenabbauverbunden. Innerhalb von fünf Jahren soll die Zahl der Vollzeitjobs von knapp 4200auf etwa 1000 schrumpfen. Betriebsbedingte Kündigungen sind nur bis Ende 2012 ausgeschlossen.

Milliardendesaster

Allein in diesem Jahr stehen rund 1500 Arbeitsplätzeauf der Streichliste. In dem Abbau sind auch 450 Stellen enthalten, die mit demSparkassengeschäft zur Helaba gehen. Etwa 500 Mitarbeiter umfasst die Westimmo,die in die Zuständigkeit der "Bad Bank" kommt.

Die WestLB hatte sich in den vergangenen Jahren für dieSteuerzahler zu einem Milliardendesaster entwickelt. Laut NRW-Finanzminister NorbertWalter-Borjans belaufen sich die gesamten möglichen Belastungen seit 2005, einschließlichder absehbaren künftigen Verluste, auf ein Volumen von 18 Milliarden Euro. Davonentfallen 3 Milliarden Euro auf den Bund und 9 Milliarden auf das Land. Rund 6 MilliardenEuro könnten auf die Sparkassen zukommen.

Quelle: n-tv.de