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"Ich persönlich würde eine größere Zurückhaltung in der Öffentlichkeit begrüßen": Bodo Uebber (l., Archivbild).
"Ich persönlich würde eine größere Zurückhaltung in der Öffentlichkeit begrüßen": Bodo Uebber (l., Archivbild).(Foto: REUTERS)

Debatte um Euro-Austritt Griechenlands: Unternehmer ermahnen Politiker

In der Debatte um die Zukunft des Euro wird der Ton von Tag zu Tag schriller. Längst scheuen auch besonnenere Politiker nicht mehr davor zurück, sich mit lautstarken Spekulationen über einen Euro-Austritt der Griechen ins Gespräch zu bringen. Einflussreiche Wirtschaftslenker sehen die Entwicklung mit großer Sorge: Polemische Ausfälle, so heißt es aus der Geschäftswelt, brächten Deutschland und den Euro keinesfalls weiter.

Für einfache Lösungen sei die Situation zu komplex und die Lösung der Krise zu wichtig: Nikolaus von Bomhard.
Für einfache Lösungen sei die Situation zu komplex und die Lösung der Krise zu wichtig: Nikolaus von Bomhard.(Foto: picture alliance / dpa)

Führende Wirtschaftsvertreter haben das aus ihrer Sicht fahrlässige Verhalten deutscher Politiker in der Debatte um eine Lösung der Schuldenkrise attackiert. Der Chef des weltgrößten RückversicherersMunich Re, Nikolaus von Bomhard, mahnte, die Eurokrise nicht durch einfache undkernige Aussagen zu verschlimmern. Er bedaure, dass es manchen in der Debatte vorallem um Polarisierung gehe. Für einfache Lösungen sei die Situation zu komplexund die Lösung der Krise zu wichtig. "Dann sind solche extremen Aussagen nichthilfreich", sagte von Bomhard bei der Vorlage der .

Bomhard nannte zwar keine Namen. Wegen scharfer Attacken aufGriechenland sind in den vergangenen Wochen aber vor allem drei Politiker in dieKritik geraten: Bundeswirtschaftsminister Philipp Rösler (FDP), CSU-GeneralsekretärAlexander Dobrindt und Bayerns Finanzminister Markus Söder (CSU). Internationalhatte vor allem Röslers Forderung nach einem schnellen Euro-Exit der Griechen fürAufsehen gesorgt. Im Gegensatz zu Dobrindt und Söder spricht der FDP-Politiker Rösler als Vizekanzler und Mitgliedder Bundesregierung.

Auch Daimler-Finanzvorstand Bodo Uebber kritisierte in einemInterview Gedankenspiele zu einem möglichen Austritt Griechenlands aus der Währungsunionund forderte von der Politik sachlichere Töne. Der "Süddeutschen Zeitung"sagte der Manager auf die Frage, wie er die jüngsten Äußerungen von Röslerund Söder beurteile: "Ich persönlich würde eine größere Zurückhaltung in derÖffentlichkeit begrüßen."

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Rösler hatte vor kurzem beispielsweise erklärt, . Söder hatte daraufhin unverblümt den .

Daimler steht hinter der Kanzlerin

Uebber stärkte außerdem Kanzlerin Angela Merkel bei ihremEuro-Kurs den Rücken und forderte klare Vorgaben für das Vorgehen der EuropäischenZentralbank EZB. "Ich denke, eine konsequente Stufenlösung, wie auch von KanzlerinMerkel vorgesehen, ist der richtige Weg", sagte er zu Plänen der EZB, direktStaatsanleihen aus Krisenländern zu kaufen.

Derzeit kämpfen Länder wie Spanien undItalien mit hohen Zinsen für frisches Geld. Großangelegte Käufe der Schuldscheinedurch die EZB könnten die Lage beruhigen, schüren aber Inflationsängste. Kritikermonieren, die EZB gebe damit ihre ursprüngliche Aufgabe als Währungshüter auf.

Arbeitgeberpräsident Dieter Hundt warnte in der "PassauerNeuen Presse": "Wir dürfen den Austritt Griechenlands aus derWährungsunion nicht herbeireden." Öffentliche Spekulationen seien nicht hilfreich."Damit wird nur zusätzliche Unsicherheit an den Märkten hervorgerufen."

Konstruktive Vorschläge

Daimler-Finanzchef Uebber warb zudem für mehr Regeln und Berichtspflichtenin der Finanzwelt. "Vieles, was an den Finanzmärkten passiert, ist nach wievor intransparent. Deshalb brauchen wir für alle Kapitalmarktteilnehmer mehr Regelnund Leitplanken inklusive der Ratingagenturen. Und wir müssen den Börsenhandelda einschränken, wo zügellos spekuliert wird."

Zum Szenario eines auseinanderbrechendenEuro-Raumes meinte der Daimler-Finanzchef: "Die Folgen wären ein riesiger Einbruchin der Wirtschaftsleistung, gerade auch in Deutschland, mit sehr großen Schwankungenan den Finanzmärkten."

Quelle: n-tv.de