"Die Zahlen sind schrecklich": US-Verbraucherindex bricht ein
Die amerikanischen Verbraucher riechen den Braten Aufschwung noch nicht. Der entsprechende Index sackt um fast zehn Punkte auf 66,5 Punkte ab. Die Konjunkturerholung hat viele US-Bürger nicht erreicht. Experten warten nun auf den zweiten Wind für die US-Wirtschaft.
Die US-Verbraucher trauender wirtschaftlichen Erholung nicht über den Weg. Der Index von Thomson Reutersund der Universität Michigan zum Konsumentenvertrauen sackte nach vorläufigen Berechnungenum fast zehn Punkte auf 66,5 Punkte ab. Experten wurden von dem Stimmungseinbruch auf demfalschen Fuß erwischt, da sie nur mit einer leichten Eintrübung gerechnet hatten.
Noch im Vormonat hatte sichdas Vertrauen gefestigt und das höchste Niveau seit fast zweieinhalb Jahren erreicht."Die Zahlen sind schrecklich. Die Verbraucher sind sich bewusst, dass sichdie Aussichten eingetrübt haben", sagte David Sloan von 4Cast in New York.
Zuletzt hatte auch die US-NotenbankFederal Reserve (Fed) ihre Wachstumsprognose nach unten korrigiert und laut überneue Konjunkturspritzen nachgedacht. Zentralbankchef Ben Bernanke und Co. rechnendamit, dass die Wirtschaftsleistung 2010 nur noch um 3,25 Prozent zulegt. DiesesTempo ist zu schwach, um die düstere Lage am Arbeitsmarkt merklich aufzuhellen.Die Zahl der Beschäftigten sank im Juni sogar erstmals in diesem Jahr. Die Arbeitslosenquoteliegt mit 9,5 Prozent weiterhin auf einem für US-Verhältnisse recht hohen Niveau.
Wann kommt der zweite Wind?
Obwohl die Wirtschaft längstdas tiefe Rezessionstal hinter sich gelassen hat, spüren viele Amerikaner davonnoch nichts, wie Gary Thayer von Wells Fargo Advisers erläutert. "Das heißtnicht, dass wir jetzt konjunkturell wieder in schweres Fahrwasser geraten. Doches wird wahrscheinlich noch eine Pause geben, bevor die Wirtschaft den zweiten Windbekommt."
Der von Anlegern und Volkswirtenstark beachtete Michigan-Index gilt als wichtiges Konjunkturbarometer, das die Stimmungund das Kaufverhalten der US-Verbraucher im Voraus anzeigt. Die Konsumausgaben machenrund zwei Drittel der Wirtschaftsleistung der USA aus.
Benzin deutlich billiger
Zumindest an der Preisfrontherrscht derzeit weiter Ruhe: Billigere Energie hat die Lebenshaltungskosten inden USA im Juni den dritten Monat in Folge fallen lassen. Sie sanken um 0,1 Prozentim Vergleich zum Vormonat. Zuletzt hatte es Ende 2008 eine derart lange Phase mitsinkenden Preisen gegeben. Im Vergleich zum Vorjahresmonat kletterten die Lebenshaltungskostenum 1,1 Prozent. Das war der geringste Anstieg seit Oktober 2009. Analysten hattenmit 1,2 Prozent gerechnet.
Die Preise fielen vor allemdeshalb, weil sich Benzin innerhalb eines Monats um 4,5 Prozent verbilligte. Ohnedie besonders stark schwankenden Energie- und Lebensmittelpreise wären die Lebenshaltungskostenum 0,2 Prozent gestiegen. Der geringe Preisdruck erlaubt es der Fed, ihre Zinsenfür längere Zeit nahe Null zu halten, um mit billigem Geld Konsum und Investitionenanzukurbeln.
Quelle: n-tv.de