Aufschwung kann auch mühsam sein: US-Jobmarkt bleibt angespannt
Die Lage auf dem US-Arbeitsmarkt verbessert sich im April geringfügig. Allerdings ist die Zahl der geschaffenen Stellen geringer als erwartet. Positiv ist, dass die Zahlen für März nachträglich nach oben korrigiert werden.
Die US-Wirtschaft hat im April überraschend wenigeStellen geschaffen. Die Zahl der Beschäftigten stieg um 115.000, teilte dasArbeitsministerium in Washington mit. Ökonomen hatten im Schnitt mit 170.000gerechnet. Im März waren es 154.000 und damit 34.000 mehr als zunächstermittelt. Die Arbeitslosenquote sank von 8,2 auf 8,1 Prozent.
"Es geht nur langsam bergauf", sagteAnalyst Nigel Gault von IHS Global Insight. Mehr sei angesichts des verhaltenenWirtschaftswachstums nicht drin. Das Bruttoinlandsprodukt war im ersten Quartalmit einer Jahresrate von 2,2 Prozent gewachsen, Ende 2011 waren es noch dreiProzent.
An der Frankfurter Börse gab man sich nach derVeröffentlichung der Daten gelassen. "Mit 115.000 neu geschaffenen Stellenist der Arbeitsmarktbericht auf den ersten Blick schlecht ausgefallen", soein Händler. Allerdings wurden die März-Zahlen im Gegenzug um 34.000 Stellennach oben genommen. Das relativiere die schlechten April-Zahlen.
Aus dem Hause der Helaba heißt es, dass die US-Wirtschaftzwar auch zu Beginn des zweiten Quartals neue Arbeitsplätze geschaffen habe.Das Tempo des Stellenaufbaus sei allerdings nur moderat und so liege dieArbeitslosigkeit auf hohem Niveau. Der Rückgang der Arbeitslosigkeit auf 8,1Prozent sei zwar erfreulich, aber dem sinkenden Arbeitskräfteangebotgeschuldet.
HerausragendesWahlkampfthema
Die Entwicklung am Arbeitsmarkt spielt eine wichtigeRolle im Präsidentschaftswahlkampf zwischen Amtsinhaber Barack Obama und seinemwahrscheinlichen Herausforderer Mitt Romney. Zu Beginn von Obamas Amtszeitkletterte die Arbeitslosenquote auf zehn Prozent. Seither ging sie zwar spürbarzurück, liegt aber immer noch um zwei Prozentpunkte über dem Schnitt dervergangenen 50 Jahre. Romney wirft Obama immer wieder vor, zu wenig für neueJobs zu tun.
Die rechnet für dieses Jahr mit einer Arbeitslosenquote von 7,8 bis 8,0Prozent. Sie soll 2013 auf 7,3 bis 7,7 Prozent sinken.
Quelle: n-tv.de