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Dienstag, 27. April 2010

Keine Angst vor Staatspleiten

Trichet glaubt an Athen

Die neuerlicher Herabstufung Griechenlands durch eine der drei großen Ratingagenturen sorgt europaweit für helle Aufregung. Aus Chicago meldet sich EZB-Chef Trichet zu Wort: Den großen Athen-Crash schließt er aus. Aus Brasilien schickt Wirtschaftsminister Brüderle beruhigende Signale.

Kenn die Psochologie der Märkte und blickt auf eine rennende Herde: Jean-Claude Trichet.

Kenn die Psochologie der Märkte und blickt auf eine rennende Herde: Jean-Claude Trichet.
(Foto: REUTERS)

Der Präsident der Europäischen Zentralbank (EZB), Jean-Claude Trichet, hält Befürchtungen vor einem Zahlungsausfall Griechenlands oder anderer hochverschuldeter Euro-Länder für unbegründet.

"Für mich ist es ausgeschlossen", dass Griechenland oder ein anderes Euro-Land ihre Schulden nicht mehr bedienen, sagte Trichet am Morgen (Ortszeit) bei einer Podiumsveranstaltung in Chicago. Er reagierte damit auf die Frage eines Teilnehmers nach den Auswirkungen einer griechischen Staatspleite auf die europäische Gemeinschaftswährung.

Zum Stand der Vorbereitungen für ein Hilfspaket der Euro-Länder für Athen wollte sich Trichet nicht äußen.

Um beruhigende Worte kamen bemühte sich auch Bundeswirtschaftsminister Rainer Brüderle. Er warnte davor, die erneute Herabstufung der Kreditwürdigkeit des Euro-Landes Portugal überzubewerten. "Die Lage in Portugal und Spanien sieht entspannter aus", sagte Brüderle bei einem Brasilien-Besuch in Brasilia.

Nun komme es darauf an, bei den anstehenden Milliardenhilfen für Griechenland einen kühlen Kopf zu bewahren. "Der Schlüssel der Causa Griechenland ist nicht primär, dass der deutsche Steuerzahler Geld auf den Tisch legt." Die Griechen hätten über ihre Verhältnisse gelebt und müssten nun möglichst schnell ein weiteres Sparprogramm für die Jahre 2011/12 vorlegen, sagte Brüderle.

Die Bundesregierung sei sich der Tragweite der Griechenland-Entscheidung für die Euro-Stabilität bewusst: "Beim ersten Fall kommt es darauf an, richtige Entscheidungen zu treffen, damit eine Dynamik nicht in die falsche Richtung läuft."

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mmo/AFP/dpa

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