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Viel tanken, wenig Shoppen: Jeden Euro kann man nur einmal ausgeben.
Viel tanken, wenig Shoppen: Jeden Euro kann man nur einmal ausgeben.(Foto: REUTERS)

Konsumklima trübt sich ein: Sprit-Effekt quält Verbraucher

In Deutschland tritt ein, womit Experten schon seit Monaten rechnen: Die stark gestiegenen Spritpreise schlagen auf die Verbraucherstimmung durch. Weil Autofahrern nach dem Besuch an der Tankstelle immer weniger Geld übrig bleibt, schrumpelt die Lust am Shoppen. Sorgen bereitet den Experten die "gefühlte Inflation".

Wie viel ist in der Tüte: Mit großem Aufwand ermitteln die Marktforscher, wie es um den deutschen Verbraucher steht.
Wie viel ist in der Tüte: Mit großem Aufwand ermitteln die Marktforscher, wie es um den deutschen Verbraucher steht.(Foto: picture alliance / dpa)

Die Rekordpreise für Benzin und Diesel trüben zum zweiten Malin Folge die Verbraucherstimmung in Deutschland. Die Kosten für Energie verschlechtertendie Einkommenserwartungen der Bürger, teilte das Marktforschungsunternehmen GfKmit. Gerade hätten am Monatsende weniger Geld übrig.Zugleich steige die Angst vor allgemein höheren Lebenshaltungskosten.

Üblicherweise sind Konsumenten umso eher zu größeren Anschaffungenbereit, je sicherer ihr Job ist. Im April jedoch überschatteten die steigenden Inflationsängstedie gute Lage auf dem Arbeitsmarkt und führten zu einem kräftigen Rückgang der Anschaffungsneigung."Ein weiterer Grund für die schwächere Konsumneigung dürfte darin liegen, dassaufgrund der augenblicklichen Beruhigung auf den Finanzmärkten im April die Sparneigungder Verbraucher angestiegen ist", erläuterte die GfK. In den vergangenen Monatenhatte viele Verbraucher den Banken misstraut und ihr Geld lieber ausgegeben stattangelegt.

Der Konsumklimaindex für Mai ging deshalb auf 5,6 Punkte zurück. Das ist der niedrigste Wertseit einem halben Jahr. Im Vorfeld befragte Experten hatten mit stabilen 5,9 Punkten gerechnet. Der Stand für den Vormonat wurde auf 5,8Punkten revidiert.

Trotz allem werde sich der private Konsum inden nächsten Monaten stabil entwickeln und auf Jahressicht um ein Prozent zulegen,bestätigte die GfK ihre Prognose. Der Ausblick gilt allerdings nur unter einer wichtigen Voraussetzung: Der Arbeitsmarkt müsse robustbleiben und die Schuldenkrise dürfe nicht wieder aufflammen.

Rezessionsangst lässt nach

Derzeit sind die Bürger laut GfK zunehmend davon überzeugt, dassin Deutschland eine Rezession verhindert werden könne. Auch sei nach der Verabschiedungdes zweiten Rettungspaketes für Griechenland wieder etwas Ruhe an den Finanzmärkteneingekehrt - die Konjunkturerwartungen der rund 2000 Befragten nahmen zu. Allerdingsfand die Studie vor den wieder schlechteren Nachrichten aus mehreren statt.

Der unerwartet schwache Konsumklimaindex rief in Expertenkreisen verhalten optimistische Reaktionen hervor. "Ich mache mir nicht allzu große Sorgen um den privatenKonsum in Deutschland", sagte zum Beispiel Commerzbank-Volkswirtin Ulrike Rondorf.

Echter und wahrgenommener Preisauftrieb

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Der Konsum "dürfte von der guten Arbeitsmarktlage profitieren", meinte Rondorf weiter. "Auch die Reallöhne dürften steigen. Weil aber häufig gekaufte Waren wieNahrungsmittel und Benzin deutlich teurer geworden sind, ist die vergleichsweise hoch. Mittelfristig dürfte die Teuerungsrate aufbreiterer Front steigen - zum einen wegen der guten Konjunktur, zum anderen wegen der aus deutscher Sicht zu niedrigen Zinsen der EZB."

Ähnlich sah es Thomas Amendt, Ökonom bei HSBC Trinkaus: "Die bleibt gut. Die Unternehmen stellenweiter ein. Die Arbeitnehmer können ordentliche Lohnerhöhungen durchsetzen.Deshalb ist das etwas trübere Konsumklima zu verschmerzen. Die Stimmung unterden Verbrauchern ist nach wie vor gut."

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Quelle: n-tv.de