Überwachungsjob bei Conti: Schröder spendet Honorar
Im Übernahmekampf mit Schaeffler heuert Continental Altkanzler Gerhard Schröder an, der darüber wachen soll, dass die Interessen von Conti gewahrt werden. Dieser Job ist mit 25.000 Euro jährlich dotiert. Doch Schröder sieht das Geld nie – sondern lässt es gleich spenden, wie der Altkanzler jetzt auf Anfrage betont.
Altkanzler GerhardSchröder (SPD) hat seine jährliche Vergütung von 25.000 Euro für dieÜberwachung des Investoren-Abkommens zwischen Continental und Schaeffler stetsin Spenden umwandeln lassen. "Als Garant zum Schutz der Interessen derContinental AG habe ich die mir zustehende Aufwandsentschädigung nie inAnspruch genommen", erklärte Schröder in einem Brief an Conti-Chef ElmarDegenhart und Aufsichtsratschef Wolfgang Reitzle. Vielmehr habe er dasUnternehmen gebeten, "die Summe direkt sozialen und kulturellenEinrichtungen in Niedersachsen zu spenden" - darunter eine Therapiestationfür suchtkranke Kinder und ein Mädchenchor.
Am Rande derHauptversammlung von Continental am Freitag hatte ein Anteilseigner Auskunftüber Details einer Vereinbarung mit dem fränkischen Hauptaktionär Schaefflergefordert. Die Conti-Spitze hatte daraufhin mitgeteilt, dass für den Altkanzlerpro Jahr eine 25.000 Euro umfassende Vergütung vorgesehen ist, die je zurHälfte von den Unternehmen bereitgestellt wird. Schröder stellte klar, das Geldpersönlich nicht erhalten zu haben. Continental bestätigte dies: "Dergenannte Betrag wurde in den vergangenen Jahren grundsätzlich direkt auf Bittevon Herrn Schröder gespendet. Das war gängige Praxis."
Die Hannoveranerhatten das Abkommen im Zuge des Übernahmekampfes mit Schaeffler im August 2008abgeschlossen. Es sollte den Streit um den Mehrheitseinstieg von Schaeffler beilegenund sah unter anderem Schutzklauseln für die Aktionäre und Beschäftigten vonConti vor.
Als "Garanten"für die Wahrung seiner Interessen konnte Continental damals den Altkanzlergewinnen. Er ist dem Konzern zufolge "berechtigt und ermächtigt, dieErfüllung der Verpflichtungen von Schaeffler gerichtlich und außergerichtlichgeltend zu machen".
Derzeit hältSchaeffler knapp die Hälfte der Conti-Aktien, weitere 10,4 Prozent sind beiBanken geparkt. Eine Beschränkung des Besitzes auf unter 50 Prozent warebenfalls Teil der vereinbarten Klauseln.
Quelle: n-tv.de