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Gaspipeline wird zu teuer: RWE hat Zweifel an Nabucco

Laut "Spiegel" wachsen bei RWE die Zweifel an der Gaspipeline Nabucco. Der Konzern bestreitet das. Man sei weiter überzeugt, dass Nabucco "die beste Lösung für alle Stakeholder" sei. Doch das Projekt wird offenbar zu teuer. Erst kürzlich hatte der ungarische Gaskonzern MOL mit einem Ausstieg gedroht.

Gasförderanlage bei Baku. Aserbaidschan steht als Gaslieferant für die Nabucco-Leitung noch längst nicht fest.
Gasförderanlage bei Baku. Aserbaidschan steht als Gaslieferant für die Nabucco-Leitung noch längst nicht fest.(Foto: picture alliance / dpa)

Der Energiekonzern RWE stellt seine Beteiligung an demländerübergreifenden Gaspipeline-Projekt Nabucco auf den Prüfstand."Angesichts veränderter Bedingungen durch die Planung neuerPipeline-Projekte prüfen wir derzeit, ob unsere kommerziellen und strategischenAnforderungen an Nabucco weiter gewahrt werden", erklärte der Konzern.

Eine Entscheidung, sich aus dem Projekt zurückzuziehen, gebees jedoch nicht. "Wir sind weiter überzeugt, dass Nabucco in derursprünglichen Form die beste Lösung für alle Stakeholder ist (Lieferanten,Kunden, Netzbetreiber)", teilte das Unternehmen mit.

Die Pläne für die Pipeline hatten erst vor wenigen Wocheneinen weiteren Rückschlag erlitten, als der ungarische Öl- und Gaskonzern MOLunter Verweis auf die hohen Kosten mitdem Ausstieg aus dem Milliardenprojekt drohte.

Dem "Spiegel" zufolge wachsen auch bei RWE inEssen die Zweifel an der Realisierbarkeit des Projekts. Führende Manager hättenin den vergangenen Wochen bereits Politiker in Brüssel und Berlin daraufvorbereitet, dass ein Rückzug aus dem Konsortium unmittelbar bevorstehenkönnte. Zur Begründung hieß es auch hier, die ursprünglich geplanten Kostenhätten sich von rund 8 auf etwa 15 Milliarden Euro inzwischen fast verdoppelt.Außerdem seien nach wie vor keine tragfähigen Gasverträge mit Aserbaidschanoder Turkmenistan in Sicht.

Die Betreibergesellschaft hatte Ende April noch betont, dieKostenschätzung von 8 Milliarden Euro habe weiterhin Gültigkeit. Die EU willsich mit dem Gas aus der Region um das Kaspische Meer unabhängiger vonrussischen Lieferungen machen. Neben RWE, OMV und MOL gehören noch dietürkische Botas, BEH aus Bulgarien und die rumänische Tranzgas zu demKonsortium.

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Quelle: n-tv.de