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RBS-Chef Stephen Hester.
RBS-Chef Stephen Hester.(Foto: picture alliance / dpa)

Dividende trotz Verlustes: RBS will wieder "normal" werden

Die von der Finanzkrise arg gebeutelte Royal Bank of Scotland (RBS) befindet sich nach wie vor in der roten Zone. Im ersten Quartal sinken die Einnahmen sinken, der Nettoverlust verdreifacht sich. Derzeit verringert die RBS ihre Bilanz, um sich gesund zu schrumpfen. Auf Vorzugsaktien soll es wieder Dividenden geben.

Die Royal Bank of Scotland (RBS) ist im erstenQuartal tiefer in die roten Zahlen gerutscht. Ein Bewertungseffekt belastetedas Ergebnis, zudem kämpft die Bank mit anhaltenden Verlusten in Irland.Fortschritte machte das britische Geldinstitut bei der Verringerung der Bilanzund Rückführung der Risiken.

Von Januar bis März gingen die Einnahmen um 12Prozent auf 7,13 Milliarden Pfund zurück. Der Nettoverlust verdreifachtesich fast auf 1,52 Milliarden von 528 Millionen Pfund. Die tiefroten Zahlensind zum großen Teil auf einen Buchverlust auf eigene Verbindlichkeitenzurückzuführen. Der Wert von RBS-Anleihen war gestiegen - das macht es für dasstaatlich kontrollierte Institut theoretisch teurer, sie zurückzukaufen. Dieirische Banktochter Ulster verbuchte zudem einen operativen Verlust von 310Millionen Pfund.

Derzeit verringert die RBS ihre Bilanz, um sichgesund zu schrumpfen. Anlagen im Volumen von mehreren Milliarden Pfund hat dieBank bislang in eine nicht zum Kerngeschäft zählende Sparte ausgelagert, dieabgewickelt werden soll. Damit liege sie im Plan, hieß es.

"Angesichts der gedämpften Wachstumsaussichtenin den großen Volkswirtschaften, in denen der Konzern vertreten ist, und derweiterhin fragilen europäischen Finanzmärkte lag der Fokus weiter auf derVerbesserung der Bilanzstärke und einer starken Liquiditätsposition",kommentierte die RBS die Fortschritte, die sie auf dem Weg zurück zu einemprivatisierten Institut gemacht hat. Die wirtschaftlichen Herausforderungenblieben bestehen, die Entwicklung im Privat- und Geschäftskundenbereich sollteaber "robust" bleiben.

Rückzahlungder Staatshilfen

Im Zuge der Bemühungen, wieder eine "normaleBank" zu werden, bekräftigte die RBS, wieder Dividenden auf Vorzugsaktienzahlen zu wollen. Auch die Rückzahlung der mehr als 100 Milliarden Pfund anStaatshilfen, die sie auf der Höhe der Finanzkrise erhalten hatte, sollabgeschlossen werden.

"Das sind einige sehr wichtigeMeilensteine", sagte Bankchef Stephen Hester. Allerdings werde es nochmindestens ein Jahr dauern, ehe die Bank auch auf Stammaktien Dividenden inErwägung ziehen könne. Im Gesamtjahr 2012 wolle die RBS die Eigenkapitalrenditeum gut 0,7 Prozentpunkte auf 12 Prozent steigern. Um die Profitabilität zuverbessern, sollen innerhalb von drei Jahren weitere 3.500 Stellen imInvestmenbanking gestrichen werden. Die Restruktierungsmaßnahmen liegen laut Hesterim Plan. Der Verkauf eines Anteils am Versicherungsgeschäft Direct Line imRahmen eines Börsengangs sei weiterhin in der zweiten Jahreshälfte geplant.

Seit der Finanzkrise istder britische Staat mit 82 Prozent an der RBS beteiligt. Zu den aktuellniedrigen Aktienkursen habe die Regierung allerdings kein Interesse, ihreBeteiligung zu verkaufen, so Hester.

Quelle: n-tv.de