Inlandsbriefpreise bleiben stabil: Post sind die Hände gebunden
Bei der Beförderung von Briefen kann die Deutsche Post weiter nicht an der Preisschraube drehen. So kostet ein Briefporto für das Inland weiter 55 Cent. Im Auslandsbereich unterscheidet die Post nicht mehr zwischen den Sendungszonen "Welt" und "Europa".
Die Verbraucher werden auch im kommenden Jahr kein höheresPorto für ihre Briefsendungen innerhalb Deutschlands zahlen müssen. GeringfügigeÄnderungen wird es nach einer Entscheidung der Bundesnetzagentur nur bei Sendungenins Ausland geben. Die Deutsche Post kann damit nicht an der Preisschraube drehen,um die Umsätze und Gewinne in ihrem kriselnden deutschen Briefgeschäft anzukurbeln.
Die Bundesnetzagentur billigte die Anträge der Post fürdie Gestaltung ihrer Tarife 2011. "Die Preise für Briefe und Postkarten zumVersand innerhalb Deutschlands bleiben im nächsten Jahr unverändert", teiltedanach die Post mit. Ein Standardbrief kostet damit weiter 55 Cent - im neuntenJahr hintereinander. Für eine Postkarte werden weiter 45 Cent fällig. Anders siehtes bei Sendungen ins Ausland aus: "Einige Auslandsbriefe werden sogar preiswerter",betonte der Chef der Regulierungsbehörde, Matthias Kurth.
Denn ab Januar unterscheidet der Konzern im internationalenBereich nicht mehr zwischen den Sendungszonen "Welt" und "Europa".Damit gibt es für die Kunden für Briefe an Adressaten außerhalb Deutschlands nurnoch einen internationalen Tarif. Briefe innerhalb Europas werden damit dem Reguliererzufolge leicht teurer, deutlich billiger werden dagegen Sendungen in andere Kontinente.Die Genehmigung der Netzagentur ist bis Ende 2011 befristet.
Appelwill über Preiserhöhungen sprechen
Der Regulierer muss die Preise der Post genehmigen. DieBehörde errechnete sie auf Basis der Inflationsrate des Jahres 2009 und Produktivitätsfortschrittender Post, die bei rund 1,8 Prozent und damit oberhalb der Teuerungsrate veranschlagtwurden. Die Post hatte damit keine Chance, Preiserhöhungen durchzusetzen. Die Formelzur Berechnung von Erhöhungen oder Absenkungen der Briefpreise gilt aber nur nochbis Ende 2011.
Post-Chef Frank Appel hattemehrfach angekündigt, mit der Politik über die Formel und Spielraum für Preiserhöhungenim Briefgeschäft sprechen zu wollen. Appel beklagt sinkende Sendungsmengen im Briefgeschäft,weil immer mehr Verbraucher die E-Mail dem klassischen Brief vorziehen.
Quelle: n-tv.de