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Feilschen sich die Euroländer um Kopf und Kragen?
Feilschen sich die Euroländer um Kopf und Kragen?(Foto: picture alliance / dpa)

Feilschen um Griechenland-Hilfen: "Keine Erfolgsgarantie für Europa"

Wie kann Europa Griechenland helfen? Die Ansichten hierüber gehen weit auseinander. Die Lage ist kompliziert. Die Eurogruppe ringt mit "technischen Details" und schrammt haarscharf an einer Lösung vorbei. Ist das so? Marktbeobachter glauben das nur bedingt. Hier erste Reaktionen.

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Auch wenn alle im Prinzip dieselben Ziele verfolgen, kann es natürlich passieren,dass man sich nicht zeitgerecht zusammenraufen kann. "So ist das halt,wenn so viele Akteure sich einigen müssen", stellt Ulrich Leuchtmann,Devisenexperte der Commerzbank fest. Es gibt aber auch keine Gewähr dafür, dasses nicht "zeitgerecht", also später gelingen wird. Die Eurogruppe hatsich auf kommenden Montag vertagt. Marktbeobachter beobachten dieses überaus zähe Ringen aufmerksam bis besorgt.

"Optimisten können argumentieren, aufgeschoben sei ja nicht aufgehoben",sagt Leuchtmann. Und weiter: "Vielleicht wird ja dann eine Lösunggefunden. Aber es ist nicht sicher. Und damit könnten schnell wieder Sorgen voreinem 'Grexit' aufkommen." Den Marktteilnehmern gehe es weniger um ihreunmittelbaren Griechenland-Positionen. "Wer die noch hält, dürfte wissen,was er tut." Es gehe vielmehr darum, dass ein 'Grexit' vor Augen führenkönnte, dass es keine Erfolgsgarantie für Europas Rettungsanstrengungen gibt.Und das wiederum könnte sich schnell auf die Risikoprämien für andere'Problemfälle' Europas auswirken."   

Auch Viola Julien, Devisenexpertin bei der Helaba sieht in dem Scheitern derVerhandlungen einen wichtigen "Unsicherheitsfaktor im Markt", zumaldamit auch die Auszahlung der nächsten Hilfstranche auf Eis liegt. Offiziellheiße es zwar, dass ein Maßnahmenbündel zum Schließen der Finanzierungslückeidentifiziert sei und ein besserer Kontrollmechanismus gefunden wurde. Dieabschließenden Gespräche sollen aber erst am kommenden Montag fortgesetztwerden. Zuvor stehe am Donnerstag noch der EU-Gipfel auf der Agenda, bei demüber das Gemeinschaftsbudget 2013 entschieden werden soll. Die Devisenexpertin legtdas Augenmerk auf die zweite Großbaustelle in Europa: "Hier gibt esDifferenzen mit Großbritannien und selbst ein Austritt des Landes aus der EUwird nicht mehr ausgeschlossen."

Weniger kritisch sieht Kit Juckes von Société Générale die Lage. NachAnsicht des Währungsstrategen handelt es sich "wahrscheinlich 'nur' umeinen Stolperstein". Aber die Nachricht hat an den Märkten wieder etwas Risikoaversionund Verluste beim Euro ausgelöst. Auch sein Kollege Yuji Saito von der CréditAgricole ist optimistisch: "Das ist eine typische europäische Politik-Showund eine Einigung wird erreicht werden." 

Quelle: n-tv.de