Mittwoch, 28. Juli 2010
Computerchips wie warme Brötchen
Infineon stockt kräftig auf
Der weltweite Aufschwung lässt bei Infineon die Lüfter anspringen: Das Geschäft brummt und summt in allen Bereichen. Konzernchef Peter Bauer darf starke Zuwächse bei Gewinn und Umsatz verkünden.
Der Halbleiterkonzern Infineon hat im abgelaufenen Quartal einen überraschend großen Gewinnsprung verzeichnet und seine Prognose zum dritten Mal im laufenden Geschäftsjahr aufgestockt. Im dritten Geschäftsquartal stieg der Überschuss im Vergleich zum Vorquartal um fast 60 Prozent auf 126 Mio. Euro gestiegen. Der Umsatz legte um 17 Prozent auf 1,21 Mrd. Euro zu. Damit übertraf das Unternehmen die Analystenerwartungen deutlich.
"Nach einem herausfordernden Geschäftsjahr 2009 haben wir im Aufschwung außerordentlich gute Ergebnisse erzielt", erklärte Vorstandssprecher Peter Bauer. Im dritten Quartal des Vorjahres war noch ein Verlust von 23 Mio. Euro angefallen. Zu diesem Zeitpunkt steckte das Unternehmen noch in einer tiefen Krise.
Zuletzt hatte sich vor allem das Geschäft mit Industrie- und Mobilfunkchips kräftig belebt. Die Handychipsparte, über die Infineon Kreisen zufolge Verkaufsverhandlungen mit Intel führt, steigerte den Quartalsumsatz um fast ein Drittel. Bauer führte den Zuwachs auf den Markterfolg neuer Mobiltelefone seiner Kunden zurück. Infineon liefert unter anderem Chips für Nokia und Apples populäres "iPhone".
Bauer legt die Latte hoch
Für das Gesamtjahr rechnet Infineon nun mit einem Umsatzplus von bis zu 50 Prozent auf knapp 4,5 Mrd. Euro. Bislang war der Konzern von einem Zuwachs von knapp 40 Prozent ausgegangen. Die operative Marge werde im "niedrigen 10-Prozent-Bereich" liegen, hieß es. Bauers Zuversicht ist ungebrochen: Infineon nähere sich der angepeilten Betriebsrendite von 15 Prozent. Zuletzt betrug die operative Marge gut 13 Prozent.
Nach mehreren Quartalen mit voller Auslastung und anhaltend hohen Auftragseingängen investiert Infineon nun auch mehr als zuletzt veranschlagt. Rund 400 Mio. Euro will das Unternehmen in seine Entwicklung und seine Anlagen stecken, fast drei Mal so viel wie im Geschäftsjahr zuvor.
Infineon schließt sich mit den Ergebnissen dem Reigen der boomenden Chiphersteller weltweit an. Zuletzt hatten auch die Prozessorhersteller Intel und AMD sowie der US-Rivale Texas Instruments glänzende Geschäfte vermeldet.
dpa/rts