Neue Mega-Sparte: HP bündelt Drucker und PC
Der weltgrößte Computerhersteller Hewlett Packard will künftig Computer und Drucker aus einer Hand verkaufen. Der Konzern kündigt die Zusammenlegung der beiden Geschäftsbereiche an. Branchenexperten betrachten den Konzernumbau mit Skepsis.
Der größte US-Technologiekonzern Hewlett-Packard sucht seinHeil in schlankeren Strukturen. HP kündigte an, im Zuge seiner Umstrukturierungdie Drucker- und PC-Sparte zusammenzulegen. Dadurch sollen Kosten gesenkt unddie Grundlage für weiteres Wachstum geschaffen werden.
Firmenchefin Meg Whitman sieht in der Fusion der Sparteneine Chance, künftig den Kunden leichter zwei Produkte - also Computer undDrucker - gemeinsam anzubieten. HP kämpft darum, sein Kerngeschäft mit PCs inden schwarzen Zahlen zu halten. Die Konkurrenz durch Tablet-Computer und Smartphones nagt am Absatz. Ein eigenerAusflug ins Tablet-Geschäft mit dem TouchPad erwies sich als Mega-Flop. An derWall Street wurden die zum Teil bereits am Dienstag durchgesickerten Pläneverhalten aufgenommen. Die HP-Aktie gab 1,8 Prozent nach.
Experten uneins
Leiten wird die fusionierte Sparte PC-Chef Todd Bradley. Erwar früher Chef des Taschencomputer-Herstellers Palm. Bei Branchenexpertenstieß der Konzernumbau auf ein geteiltes Echo. "Es ist zu früh, um zusagen, was dies auslösen wird. Das Risiko ist, dass beide Sparten sehrunterschiedliche Geschäftsmodelle haben" meinte Analyst Shaw Wu von SterneAgee.
Andere lobten das Tempo, dass Whitman an den Tag legt, um HPzurück auf die Erfolgsspur zu bringen. Die Firmenchefin, deren Vorgänger derglücklose Ex-SAP-Chef Leo Apotheker war, versicherte, künftig stärker Kapitalaus den sich rasch ändernden Trends in der Branche zu schlagen. Geplant ist es,auch andere Bereiche zusammenzupacken. Demnach ist vorgesehen, das Marketingkünftig zentral zu organisieren, um die gesamte Marke besser zu bewerben.
HP steht unter Druck, das Ruder herumzureißen. Im erstenGeschäftsquartal brach der Gewinn um fast 44 Prozent auf 1,5 Mrd. Dollar ein.Dennoch verkaufte das Unternehmen 2011 noch immer die meisten PCs. Doch dieKonkurrenz rückt dem Konzern immer dichter auf die Fersen, vor allem mangelt esWachstumspotenzial.
Der chinesische Hersteller Lenovo, der das PC-Geschäft vomUS-Technologiekonzern IBM übernommen hat und zuletzt den Aldi-LieferantenMedion kaufte, löste den HP-Rivalen Dell inzwischen auf Platz zwei ab. Noch imvergangenen Jahr hatte HP unter der Führung von Apotheker erwogen, seinePC-Sparte abzuspalten oder zu verkaufen. Die neue Chefin Whitman leitete aber kurznach ihrem Antritt im September einen Kurswechsel ein und kündigte an, an dem krisengeschütteltenGeschäft festzuhalten.
Quelle: n-tv.de