Herabstufung wegen Schuldenschnitt: Fitch erwartet Athen-Pleite
Trotz des zweiten Rettungspakets für Griechenlands stellt sich die Ratingagentur Fitch auf eine Pleite ein und senkt die Kreditwürdigkeit auf die letzte Stufe vor einem tatsächlichen Zahlungsaufall. Grund dafür ist der Schuldenverzicht privater Gläubiger, der die Lage des Landes eigentlich entspannen soll. Die Bonitätswächter sehen darin jedoch einen Zahlungsausfall.
Die Ratingagentur Fitchhat die Kreditwürdigkeit Griechenlands auf die schlechteste Note vor einem Kreditausfallgesenkt. Die Kreditwürdigkeit werde um zwei Noten auf "C" gesenkt. Bisher war Griechenland mit "CCC" bewertetworden.
Hintergrund der Herabstufungist der anvisierte Forderungsverzicht privater Gläubiger bei der Umschuldung Griechenlands.Geplant ist, dass die Investoren auf mehr als die Hälfte ihrer Forderungen verzichtensollen, bislang freiwillig. Für die verbleibenden Forderungen sollen die Gläubigerneue Anleihen mit längerer Laufzeit und geringerem Zins erhalten. Allerdings bereitetAthen ein Gesetz vor, mit dem Anleger auch gegen ihren Willen zum Anleihetauschgezwungen werden können. Dieses Gesetz soll dann ins Spiel kommen, wenn sich wenigerInvestoren zum Forderungsverzicht bereit erklären als benötigt.
Fitch kündigte an, den Anleihentauschals "teilweisen Kreditausfall" zu werten. Es sei sehr wahrscheinlich,dass es bald dazu kommen werde. Nach dem Tausch würden die neuen Anleihen wiederneu bewertet.
Bislang ist unabsehbar,ob ein solches Urteil die ohnehin nervösen Finanzmärkte erneut erschüttern würde.Mit einem "Kreditausfall" würden zudem Kreditausfallversicherungen (CDS)in unbekannter Höhe fällig, was die europäische Politik aus Sorge vor Turbulenzenund Kettenreaktionen unbedingt vermeiden wollte.
Ackermann glaubt an Beteiligung
Die Teilnahme an dem mit den Gläubigern vereinbartenSchuldenschnitt ist freiwillig. Im Rahmen eines Anleihe-Tauschs sind private Gläubigerwie Banken und institutionelle Anleger bereit, auf 53,5 Prozent des Nominalwertsihrer Staatsanleihen zu verzichten.
Deutsche-Bank-Chef Josef Ackermann, der zugleich auch Präsident des Weltbankenverbands IIF ist, rechnet mit einer "substanziellen" Beteiligung des Finanzsektors an dem Schuldenschnitt. Ackermann betonte dabei, dass die Vereinbarung freiwillig sei.
Quelle: n-tv.de