Quartalssaison startet enttäuschend: Alcoa legt schwache Zahlen vor
Der Auftakt in die Saison der US-Quartalszahlen durch den Aluminiumhersteller Alcoa verläuft nicht erfreulich. Die Preise für das leichte Metall fielen wegen der schwachen Konjunktur um 18 Prozent. Ein Rechtsstreit zog die Bilanz zusätzlich nach unten.
Der US-AluminiumherstellerAlcoa hat den erwartet schwachen Auftakt in die Berichtssaison geliefert. Vor allemdie fallenden Preise machten dem Konzern zu schaffen. Unbereinigt stand am Endesogar ein Verlust in der Bilanz. Wie das Unternehmen bekannt gab, fielen im abgelaufenenQuartal die Aluminiumpreise um 18 Prozent im Vergleich zum Vorjahr und um 4,3 Prozentgegenüber dem Vorquartal. Europas anhaltender Kampf gegen die Schuldenkrise undein langsameres Wachstum in China drücken auf die Nachfrage. Die Auslieferungenstiegen dagegen um 2,9 Prozent. "Alcoa hat seine starken Umsätze und solideLiquidität bewahren können", sagte der Vorstandsvorsitzende, der Deutsche KlausKleinfeld.
Im abgelaufenen Quartallegte Alcoa zudem einen kostspieligen Rechtsstreit bei. Dieser Vergleich kostetedas Unternehmen 45 Millionen Dollar in bar, mit weiteren 75 Millionen an Rechtskostenwird gerechnet.
Unbereinigt verzeichneteAlcoa im zweiten Quartal einen Verlust von 2 Millionen Dollar, weniger als ein Centje Aktie. Im Vorjahr gab es noch ein Plus von 322 Millionen Dollar. Bereinigt gabes allerdings einen Gewinn von 6 Cent je Aktie, im Vorjahreszeitraum waren es noch32 Cent. Der Umsatz sank um 9,4 Prozent auf 5,96 Milliarden Dollar. Von ThomsonReuters befragte Analysten hatten mit einem Gewinn von 5 Cent je Aktie und einemUmsatz von 5,81 Milliarden gerechnet. Im nachbörslichen Handel legt die Aktie aktuellum 1 Cent auf 8,77 Dollar zu.
Alcoa gilt als weltweitesBarometer für die Industrie. Baufirmen, Flugzeugbauer, Autohersteller oder Haushaltsgeräteproduzentensetzen den Rohstoff Aluminium gleichermaßen ein. Derzeit bemüht sich der Konzernaus Pittsburgh um die Reduzierung seiner Kosten. Die höheren Rohstoffkosten unddie gleichzeitig fallenden Preise veranlassten Alcoa im April bereits dazu, dieProduktion des Aluminium-Vorprodukts Tonerde um 390.000 Tonnen im Jahr zu reduzieren.Damit sollte die Produktion an die geplante zwölfprozentige Senkung der Schmelzkapazitätin der ersten Jahreshälfte angepasst werden.
Die harten Zeiten spiegelnsich auch im Aktienkurs des Unternehmens wider. Die Alcoa-Aktie verlor in den vergangenen12 Monaten 46 Prozent ihres Wertes und war damit der schwächste Titel im Dow-Jones-Index.
Quelle: n-tv.de