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(Foto: AP)
Freitag, 29. September 2017

Rätselraten um neuen Fed-Chef: Zinsspekulationen beschäftigen Wall Street

Die Personalie Kevin Warsh ist auch an den US-Börsen ein großes Thema. Der Ökonom, der mit Präsident Trump zusammentraf, gilt als ein Kandidat für das Amt des Fed-Chefs. Walsh ist ein Befürworter einer strafferen Geldpolitik.

Spekulationen auf weiter steigende US-Zinsen haben die Kurse an der Wall Street zum Wochenausklang gestützt. Hintergrund waren Informationen, wonach sich US-Präsident Donald Trump mit dem Ökonomen Kevin Warsh getroffen hat, um über dessen mögliche Nominierung für den Posten des Notenbank-Chefs zu sprechen. Warsh gilt eher als Befürworter einer strafferen Geldpolitik - mehr als Amtsinhaberin Janet Yellen, deren derzeitiges Mandat im Februar abläuft.

Vor allem Finanzwerte waren daraufhin gefragt. Kursgewinne bei Facebook trieben zudem Technologieaktien an. Zweifel unter den Anlegern, ob Trump seine Pläne für Steuersenkungen durch den Kongress bekommen kann, bremsten aber.

Der Dow-Jones-Index der Standardwerte legte um 0,1 Prozent zu und schloss bei 22.405 Punkten. Der breiter gefasste S&P-500 stieg um 0,4 Prozent auf 2519 Zähler. Der Index der Technologiebörse Nasdaq stieg um 0,7 Prozent auf 6496 Punkte.

Leichter Gegenwind von Konjunkturdaten konnte der Markt-Erwartung einer weiteren Zinserhöhung im Dezember nichts anhaben, wie Börsianer erläuterten. Dies stützte auch den Dollar im Vergleich zum Euro und schürte die Hoffnung der Anleger diesseits des Atlantiks auf anhaltend starke Exportgeschäfte europäischer Unternehmen. Der Dax schloss ein Prozent höher bei 12.828 Punkten, nur noch rund 123 Punkte von seinem Rekordhoch entfernt. Mehr dazu lesen Sie hier.

Der private US-Konsum legte nur noch um 0,1 Prozent zum Vormonat zu nach einem Plus von 0,3 Prozent im Juli. Einen stärkeren Zuwachs verhinderte Hurrikan "Harvey", durch den der Autoabsatz gedämpft wurde. Zudem nahm die Inflation - anders als von der Notenbank gewünscht - ab. Die von der Federal Reserve besonders beachtete Teuerung bei persönlichen Ausgaben der Verbraucher (PCE), bei der schwankungsanfällige Energie- und Nahrungsmittelkosten ausgeklammert werden, sank im August leicht auf 1,3 Prozent und entfernte sich damit vom Zwei-Prozent-Ziel.

Großes Thema am Markt war Warsh, der als Vertrauter Trumps gilt. Er war bereits von 2006 bis 2011 Mitglied im Fed-Direktorium und trat wegen Meinungsverschiedenheiten über das Wertpapierkaufprogramm zurück, dass die Notenbank im Kampf gegen die Finanzkrise aufgelegt hatte. "Er ist schon ein ziemlicher Gegensatz zu Yellen", sagt Zinsstratege Gennadiy Goldberg vom Broker TD Securities über Warsh. "Es sieht so aus, als ob er der Favorit ist, obgleich es noch nicht sicher ist, dass er nominiert wird." Ob Trump Yellens Vertrag verlängern wird, ist offen.

Mit einem Aufschlag von 1,1 Prozent war das Technologieschwergewicht Facebook kräftigster Antreiber im Nasdaq. Größter Gewinner im S&P-500 war Tyson Foods. Die Aktie legten um 7,9 Prozent zu, nachdem der Fleischproduzent seine Gewinnprognose angehoben hatte.

Quelle: n-tv.de

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