Donnerstag, 14. Januar 2010
Intel im Blick
Wall Street kaum verändert erwartet
An Wall Street dürften sich die Leitindizes zum Start kaum bewegen. Die Einzelhandelsumsätze haben im Dezember entgegen der Erwartung eines leichten Anstiegs etwas nachgegeben. Gleichzeitig haben sich in der Woche zum 9. Januar mit insgesamt 444.000 Antragstellern mehr Personen arbeitslos gemeldet als von Volkswirten erwartet worden war. Diese hatten im Konsens mit einem Rückgang um 4.000 Neuanträge gerechnet.
Die Index-Futures haben diese Zahlen bislang kaum bewegt. Der S&P-500-Future tendierte unverändert, der Nasdaq-100-Future gab um 0,1 Prozent nach. "Mit 444.000 Erstanträgen liegt die Zahl noch immer weit unter den Spitzen vom April 2009, als über 650.000 Erstanträge gestellt wurden", sagte ein Marktteilnehmer. Die Einzelhandelszahlen signalisierten erneut, dass sich der private Verbrauch nur schleppend erhole.
Am Abend werden am US-Bondmarkt 30-jährige US Treasurys im Umfang von 13 Mrd. Dollar platziert. Die Europäische Zentralbank (EZB) hat unterdessen ihre
Leitzinsen am Donnerstag wie erwartet nicht geändert. Der wichtigste Zins, der Mindestbietungssatz für die Refinanzierungsgeschäfte mit Geschäftsbanken, verbleibt auf dem Rekordtief von 1,0 Prozent.
Intel stiegen vorbörslich um 0,7 Prozent. Das Technologie-Schwergewicht legt nachbörslich Zahlen zum vierten Quartal vor. Analysten rechnen im Konsens mit einem Gewinn je Aktie von 0,30 Dollar. Der deutsche Software-Produzent SAP hatte seine Quartalszahlen früher als geplant veröffentlicht. Die Aktie steigt um 3 Prozent und könnte laut Händlern auch für die US-Branche eine positive Vorlage geliefert haben. Die Papiere des SAP-Kontrahenten Oracle legten vorbörslich um 2 Prozent zu.
Mit Steuerplänen der US-Regierung rücken wieder einmal die Finanzhäuser in den Fokus des Interesses. US-Präsident Barack Obama will Details zu seinem Vorschlag, die US-Finanzinstitute an den Kosten für ihre Rettung zu beteiligen, am Donnerstag vorstellen. Um das hohe Haushaltsdefizit zu verringern und einen Teil der im Zuge der Krise ausgegebenen Rettungsgelder zurückzuerhalten, plant die US-Regierung die Erhebung einer Gebühr unter Finanzinstituten.
J.P. Morgan tendierten vorbörslich wenig verändert. Die Bank legt am Freitag als erste große US-Bank ihren Quartalsbericht vor. Die Papiere der Citigroup, von Wells Fargo und der Bank of America traten vorbörslich ebenfalls auf der Stelle. "Vermutlich überschatten die Zahlen von J.P. Morgan und die der anderen Banken die Steuerpläne Obamas", sagt ein Händler.
RealNetworks dürften sich von den Kursverlusten vom Mittwoch erholen. Die Aktie hatte im Gefolge des Rücktritts von Gründer und CEO Rob Glaser nachgegeben. Der Board ernannte Robert Kimball zum neuen CEO und President. Glaser wird Chairman des Musik-Streaming-Dienstleisters bleiben.
DJ
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