Dienstag, 05. Januar 2010
Häuser, Flieger, Autos und Aufträge
US-Börsen uneinheitlich
An den US-Börsen endet der zweite Tag der Woche unentschlossen: Die wichtigsten Aktienindizes gehen vor dem Hintergrund gemischt ausgefallener Konjunkturdaten uneinheitlich aus dem Handel. Aktien von Autobauern und Airlines dagegen ziehen zum Teil kräftig an.
Momente tiefer Konzentration und großer Einsamkeit: Ein Händler an der New York Stock Exchange bei der Arbeit.
(Foto: REUTERS)
Die US-Börsen haben sich am Dienstag uneinheitlich präsentiert. Für gute Stimmung sorgte ein überraschend kräftiger Anstieg des Auftragseingangs in der US-Industrie. Allerdings lasteten auf den Märkten neue Sorgen um den Immobilienmarkt. Der Absatz bestehender Eigenheime ging nach neun Monaten erstmals wieder zurück.
Der Dow-Jones-Index (DJIA) verlor 0,11 Prozent auf 10.572,02 Punkte. Der marktbreite S&P-500-Index stieg hingegen um 0,31 Prozent auf 1136,52 Punkte. An der Technologiebörse Nasdaq legte der umfassende Composite-Index um 0,01 Prozent auf 2308,71 Zähler zu. Der Auswahlindex Nasdaq100 gewann 0,09 Prozent auf 1888,43 Zähler.
Die US-Industrie zog im November den dritten Monat in Folge mehr Aufträge an Land. Die Bestellungen seien im Vergleich zum Vormonat um 1,1 Prozent gestiegen nach einem revidierten Plus von 0,8 Prozent im Oktober, teilte das Handelsministerium mit. Analysten hatten für November nur mit einem Anstieg von 0,5 Prozent gerechnet.
Der Verkauf bestehender Eigenheime sank dagegen nach Angaben der Nationalen Vereinigung der Immobilienmakler im November um 16 Prozent und damit viel stärker als erwartet. "Die Zahlen zeigen, dass die Lage auf dem Häusermarkt grundlegend schwach bleibt, und erinnern uns daran, wie schlecht sie ohne die Hilfen der Regierung wäre", sagte der Analyst Gary Shilling.
Kraft Foods kletterten mit einem Aufschlag von 4,89 Prozent auf 28,77 US-Dollar an die Spitze des Dow Jones. Der Lebensmittelgigant verkauft sein Tiefkühlpizza-Geschäft an seinen schweizerischen Konkurrenten Nestle. Mit dem Erlös wollen die Amerikaner den Baranteil ihrer Übernahmeofferte für den britischen Süßwaren- Hersteller Cadbury erhöhen.
Steil nach oben ging es für die Titel der Fluggesellschaft Continental Airlines, die im Dezember beim Umsatz zulegte. Continental-Aktien kletterten daraufhin um 13,7 Prozent und zogen weitere Branchenwerte mit sich. Eine Ausnahme bildete Mesa Air. Die regionale Fluglinie beantragte am Dienstag Gläubigerschutz, die Aktien brachen um knapp 54 Prozent ein.
Apple und Google gerieten wegen neuer Geräte in den Fokus der Anleger. Der Internetriese Google stellte sein Mobiltelefon mit dem Namen "Nexus One" vor. Google will damit erstmals Hardware direkt an Endkunden verkaufen. Die Google-Aktien gaben 0,4 Prozent nach. Apple dürfte einem Bericht des "Wall Street Journal" zufolge noch in diesem Monat seinen neuen Tablet-Computer vorstellen. Die Aktien gewannen 0,2 Prozent.
Radioshack sprangen nach einem positiven Analystenkommentar um 7,94 Prozent auf 21,34 Dollar nach oben. Goldman Sachs hatte die Einstufung für die Titel der Elektrokette auf "Buy" angehoben. Zudem setzten die Experten die Papiere auf ihre Empfehlungsliste "Conviction Buy List". Das Unternehmen dürfte vom Wachstum im Smartphone-Markt profitieren, hieß es. Das Kursziel hoben die Analysten von 21 auf 25 Dollar an.
Ford kletterte um 6,61 Prozent auf 10,96 Dollar. Der Autohersteller hatte den Absatz in seinem Heimatland im Dezember um fast ein Drittel gesteigert. Zum besten Monatsergebnis seit Mai 2008 trugen alle Konzernmarken bei. Im Gesamtjahr 2009 verzeichnete Ford jedoch ein Minus von 15,4 Prozent auf rund 1,68 Mio. verkaufte Wagen.
Adobe Systems legten um 1,64 Prozent auf 37,70 Dollar zu. Merrill Lynch hatte das Kursziel für die Titel des Softwareunternehmens von 37,00 auf 38,50 Dollar angehoben. Die Einschätzung "Neutral" behielten die Experten aber bei.
An der New York Stock Exchange wechselten rund 1,19 Mrd. Aktien den Besitzer. 1845 Werte legten zu, 1198 gaben nach und 96 blieben unverändert. An der Nasdaq schlossen bei Umsätzen von 2,38 Mrd. Aktien 1197 im Plus, 1505 im Minus und 120 unverändert.
Der Kurs des Euro sackte im New Yorker Handel wieder unter 1,44 US-Dollar ab. Zuletzt wurden für die Gemeinschaftswährung 1,4367 Dollar. Am Rentenmarkt stiegen zehnjährige Staatsanleihen um 17/32 Punkte auf 96 28/32 Punkte. Die Rendite lag bei 3,757 Prozent.