Klatsche aus der Industrie: US-Börsen suchen Richtung
Schwache Konjunkturdaten aus allen großen Wirtschaftsregionen der Welt verderben den Börsianern an der Wall Street zunächst die Stimmung. Doch im Verlauf erholen sich die Indizes von den schlechten Nachrichten.
Miserable Konjunkturdatenaus den USA haben die Indizes am US-Aktienmarkt zunächst auf breiter Front ins Minusgedrückt. Die zuvor gesehene Entspannung an Wall Street nach dem EU-Gipfel war damitweitgehend Makulatur. Allerdings erholten sich die Aktienkurse im späten Geschäftmerklich, die Indizes schlossen uneinheitlich. Investoren hätten angesichts derDatentristesse auf Unterstützung durch die Notenbanken zu beiden Seiten des Atlantiksgesetzt, hieß es.
Der Dow-Jones-Index verlor0,1 Prozent auf 12.871 Punkte. Der S&P-500 gewann dagegen 0,2 Prozent auf 1366Zähler und der technologielastige Nasdaq-Composite gar 0,6 Prozent auf 2951 Stellen.
Einen herben Dämpfer erhieltder Aktienmarkt zunächst vom heftigen Rückschlag der US-Industrie im Juni. Der Indexder Einkaufsmanager im verarbeitenden Gewerbe (ISM) fiel das erste Mal seit 37 Monatenunter die wichtige Expansionsmarke von 50 und verfehlte zudem die Markterwartungenklar. Die Daten deuteten auf eine Schrumpfung des Sektors hin.
"Eine ganze Reihe vonFundamentaldaten in den USA sind alles andere als positiv ausgefallen. Der Fokusverschiebt sich erkennbar weg von den Ereignissen in Europa und hin zu den Vorgängenin den USA", stellte Analyst Joe Bell von Schaeffer's Investment Research fest."Die Daten fachen die Konjunktursorgen merklich an. Zuletzt hat man schon anden Märkten die Sorge über die ökonomische Entwicklung spüren können, aber die Datenheute trugen nichts zur Beruhigung der Lage bei", fasste Marktstratege BillStone von PNC Wealth Management das Sentiment zusammen.
Gebremst wurde die Talfahrtvom Immobilienmarkt, einem der größten Problemfelder in den USA. Die US-Bauausgabensind im Mai stärker gestiegen als erwartet. Zudem wurden die Vormonatsdaten nachträglichnach oben revidiert.
Unter den Einzelwerten gehörtenIndustriewerte belastet durch die schwachen Branchendaten wie DuPont, General Electric,Caterpillar und Boeing zu den größten Verlierern. Die Papiere des MaschinenherstellersJoy Global verbilligten sich um 4,2 Prozent.
Ansonsten sorgte Dell fürAufsehen. Der Computerkonzern hat den Bieterwettstreit um den Hersteller von GeschäftssoftwareQuest für sich entschieden, Dell übernimmt das Unternehmen für insgesamt 2,36 Mrd.Dollar in bar. Die Titel von Dell verloren 1 Prozent.
Die Aktien von Bristol-MyersSquibb kletterten um 0,3 Prozent. Der Pharma-Konzern will mit einer Milliardenübernahmeseine Präsenz im wachsenden Markt für Diabetes-Medikamente stärken. Bristol-Myers-Squibbübernimmt für 7 Mrd. Dollar Amylin Pharmaceuticals und intensiviert außerdem seineDiabetes-Allianz mit dem britischen Pharmakonzern AstraZeneca. Amylin Pharmaceuticalszogen um 8,9 Prozent an.
Die Aktien von Anworth MortgageAsset ermäßigten sich um 0,6 Prozent. Das Unternehmen hat seine Quartalsdividendeum 14 Prozent gekürzt und von niedrigeren Zinseinnahmen berichtet.
Die Papiere von Micron Technologyverteuerten sich um 3,8 Prozent, die Gesellschaft kauft den japanischen WettbewerberElpida Memory für 750 Mio. Dollar.
Am Dienstag findet in denUSA vor dem "Independence Day" am 4. Juli am Aktien- und Anleihemarktlediglich ein verkürzter Handel statt. Am Mittwoch bleiben die Märkte dann vollständiggeschlossen.
Quelle: n-tv.de