Dienstag, 19. Januar 2010
Krankenversicherer beflügeln
US-Börsen mit sattem Plus
Die US-Börsen starten mit ordentlichen Gewinnen in die verkürzte Handelswoche. Die mageren Bilanzdaten der Citigroup fallen nicht so sehr ins Gewicht. Dafür überzeugen die Krankenversicherer mit deutlichen Aufschlägen.
Beflügelt von Gewinnen bei Aktien von Krankenversichern haben die US-Börsen am Dienstag fest geschlossen. Für Gesprächsstoff sorgten Milliardenübernahmen des Lebensmittelkonzerns Kraft und des Industrieunternehmens Tyco International. Die Bank Citigroup drückte mit ihren Bilanzdaten nur zu Handelsbeginn auf die Stimmung: Das Institut häufte zum Jahresende 2009 einen Verlust in Milliardenhöhe an und weckte damit vorübergehend Sorgen, dass die Bankenkrise noch nicht völlig ausgestanden ist.
Der Dow Jones ging mit einem Plus von 1,1 Prozent auf 10.725 Punkten aus dem Handel. Im Verlauf pendelte das Marktbarometer zwischen 10.591 und 10.729 Zählern. Der S&P-500 gewann 1,3 Prozent auf 1150 Zähler. Die Nasdaq notierte zuletzt 1,4 Prozent höher bei 2320 Punkten.
Die Citigroup hatte für das Schlussquartal einen Verlust von 7,6 Milliarden Dollar vermeldet, nachdem die Bank Staatshilfen zurückgezahlt hat. "Letztlich müssen die Leute zur Realität zurückkehren und verstehen, dass die staatliche Hilfe nicht ewig anhalten wird und dass diese Banken mit einem neuen Geschäftsmodell auf eigenen Beinen stehen müssen", sagte Joe Saluzzi von Themis Trading. Die Citi-Papiere drehten nach frühen Verlusten 3,5 Prozent ins Plus. Die Aktien von Konkurrentin JPMorgan, die bereits am Freitag enttäuschende Zahlen vorgelegt hatte, gaben indes 0,9 Prozent nach.
Auf den Kauflisten der Börsianer standen die Dividendenpapiere von Krankenversicherern. Händler begründeten die Kursaufschläge mit den Wahlen im US-Bundesstaat Massachusetts. Dort entschieden die Bürger über die Nachfolge des verstorbenen demokratischen Senators Edward Kennedy. Die Wahl wurde mit Spannung verfolgt, denn mit ihr sollte sich auch entscheiden, ob die Demokraten ihre strategische Mehrheit im Senat behalten. Ein Sieg des Republikaners Scott Brown würde der Opposition ein Jahr nach dem Amtsantritt von Präsident Barack Obama eine Sperrminorität geben. Diese würde es ihr künftig ermöglichen, die Gesundheitsreform zu verzögern oder zumindest für Obama schmerzliche Kompromisse zu erzwingen. Die Aktien des Krankenversicherers Humana kletterten sieben Prozent. Im Schlepptau der Versicherer zogen die Pharmawerte Merck um knapp drei Prozent und Pfizer um 2,6 Prozent an.
Die Aktien des weltweit zweitgrößten Lebensmittelkonzerns Kraft verloren 0,6 Prozent. Der US-Konzern schnappt sich den britischen Süßwarenhersteller Cadbury für rund 13,5 Milliarden Euro. Die Tyco-Aktionäre profitierten dagegen von den Kaufgelüsten des Industriekonglomerats: Die Aktien stiegen um 1,7 Prozent. Tyco will Broadview Security, zu dem auch Brink's Home Security gehört, für 1,9 Milliarden Dollar übernehmen. Damit schließen sich zwei große Anbieter von Sicherheitsdiensten für Wohn- und Gewerbeimmobilien zusammen. Die Brink's-Aktien schnellten um 32 Prozent in die Höhe.
Ebenfalls im Fokus der Anleger stand eine mögliche Übernahme der AIG-Sparte American Life Insurance durch den Versicherer Metlife. Aus Kreisen verlautete, dass Metlife mit AIG über den Zukauf im Wert von 14 bis 15 Milliarden Dollar spreche. Metlife-Papiere legten um rund vier Prozent zu. Die weltgrößte Fast-Food-Kette McDonald's profitierte von einer Höherstufung ihrer Aktien durch Credit Suisse. Das Papier verteuerte sich um fast zwei Prozent.
rts
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