Länderherabstufungen belasten: US-Börsen im Minus
Die US-Börsen schließen nach einem holprigen Handelsverlauf im Minus. Für Optimismus sorgten zeitweise gut ausgefallene Arbeitsmarktdaten. Getrübt wurde die Stimmung aber von der Abstufung der Bonität Italiens und Spaniens.
Die Herabstufung der Kreditwürdigkeit Spaniens durch dieRatingagentur Fitch hat die Stimmung an der Wall Street gedrückt. Nach dreiTagen mit Gewinnen schlossen am Freitag nach einer Berg- und Talfahrt allewichtigen Indizes im Minus.
Fitch begründete die Senkung der Bonität mit derVerschärfung der Krise in der Euro-Zone. Die Agentur rechnet damit, dass dasspanische Wirtschaftswachstum bis 2015 weiter unter zwei Prozent liegt. DerEuro büßte zum Dollar nach der Herabstufung ein. Kurz zuvor hatte Fitch bereitsdie Kreditwürdigkeit Italiens gesenkt. Auch deutsch-französischeUnstimmigkeiten über die Verwendung der Mittel aus dem Euro-Rettungsschirm EFSFsorgten für Verunsicherung bei den Börsianern. Angesichts der Lage in Europaverpufften die guten Nachrichten vom amerikanischen Stellenmarkt. Finanzwertegehörten am Freitag zu den stärksten Verlierern.
Der Dow-Jones-Index der Standardwerte notierte zumHandelsschluss mit einem Abschlag von 0,2 Prozent bei 11.103 Punkten. ImHandelsverlauf pendelte der Leitindex zwischen 11.051 und 11.123 Stellen. Derbreiter gefasste S&P-500-Index schloss mit einem Minus von 0,8 Prozent bei1155 Punkten. Der Index der Technologiebörse Nasdaq verlor 1,1 Prozent und ging mit 2479 Punktenaus dem Handel.
Für die Woche ergibt sich für den Dow ein Plus von 1,7Prozent, der S&P-Index gewann 2,1 Prozent, die Nasdaq legte 2,7 Prozent zu.Der Dax in Frankfurt schloss mit Aufschlägen von 0,5 Prozent auf 5675 Zähler.Gewinnmitnahmen grenzten das Plus zu Handelsende ein.
Das US-Arbeitsministerium in Washington teilte mit, dass beiIndustrie und Dienstleistern im September 103.000 neue Stellen geschaffenwurden - deutlich mehr als die von den Ökonomen erwarteten 60.000. Zudem fieldas Plus im August höher aus, wie aus revidierten Daten hervorgeht. DerArbeitsmarkt gilt als Achillesferse der US-Wirtschaft. Entsprechend erleichtertäußerte sich unter anderem Kurt Karl, US-Chefökonom des weltgrößtenRückversicherers Swiss Re in New York: Die Zahlen seien "sehrvielversprechend". "Hoffentlich sind sie nachhaltig, so dass wir eineRezession vermeiden können."
Zu den Verlieren gehörten Finanztitel wie Morgan Stanley.Die Euro-Krise und die Rezessionsängste haben das Geschäft mit Fusionen undÜbernahmen weitgehend lahmgelegt. Demnach wirft der Handel an denKapitalmärkten keine großen Gewinne mehr ab. Morgan-Stanley-Papiere büßten 6,2Prozent ein. Die Anteilsscheine der Bank of America gaben um 6,1 Prozent nach.
Die Aktie des Mobilfunkanbieters Sprint Nextel stürzte um 20Prozent ab. Die Nummer drei auf dem amerikanischen Markt bietet das neue iPhone4S an, machte aber keine Angaben zu den Kosten. Zusätzlich baut der Konzernsein Netzwerk für das mobile Internet aus. Analysten bezweifeln, dass Sprintdie Investitionen parallel zu den neuen Verpflichtungen gegenüber Apple stemmenkann.
An der New York Stock Exchange wechselten rund 1,14 Milliarden Aktienden Besitzer. 862 Werte legten zu, 2125 gaben nach und 86 blieben unverändert.An der Nasdaq schlossen bei Umsätzen von 2,09 Milliarden Aktien 619 im Plus,1900 im Minus und 96 unverändert.
Quelle: n-tv.de