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Unheimlicher Aufwärtstrend: An den US-Aktienmärkten reicht das Ausbleiben schlechter Nachrichten aus, um die Indizes auf neue Rekordstände zu treiben.
Unheimlicher Aufwärtstrend: An den US-Aktienmärkten reicht das Ausbleiben schlechter Nachrichten aus, um die Indizes auf neue Rekordstände zu treiben.(Foto: REUTERS)
Dienstag, 12. September 2017

Apple-Anleger im iPhone-Fieber: US-Börsen erreichen neue Rekordhöhen

Spektakuläre Schlusskurse in New York: An den US-Börsen verzeichnen Händler anhaltenden Aufwind. Am Tag der großen Apple-Show geht es weiter nach oben. "Irma" könnte in den USA die Wirkung eines Konjunkturprogramms entfalten.

Die Aufwärtsbewegung hält an: Nach dem kräftigen Kursplus zum Wochenauftakt haben die US-Aktienmärkte offenbar noch Luft nach oben. Alle drei Schwergewichte unter den US-Börsenbarometern sind auf Rekordkurs: Der Dow-Jones-Index beendete den Dienstagshandel 0,28 Prozent im Plus bei 22.118,86 Punkten und damit - auf Schlusskursbasis - so hoch wie noch nie zuvor. Der S&P-500 schloss 0,34 Prozent fester bei 2496,48 Zähler, was ebenfalls einen neuen Rekord darstellt. An der Nasdaq kletterte der Composite-Index um 0,34 Prozent auf ein neues Allzeithoch (ebenfalls auf Schlusskursbasis) bei 6454,28 Punkten. In Frankfurt hatte der deutsche Leitindex Dax zuvor die Marke von 12.500 Punkten übersprungen.

Wie der Börsen-Tag in Europa lief, lesen Sie hier.

Im Handel herrsche noch immer die Erleichterung darüber, dass Nordkorea am Wochenende auf eine neuerliche Provokation verzichtet hat und die durch Hurrikan "Irma" angerichteten Schäden nicht so hoch sind wie befürchtet, fasste ein Marktbeobachter die Stimungslage an der New Yorker Wall Street zusammen.

Vielerorts ist die durch "Irma" unterbrochene Stromversorgung wieder hergestellt, und Hausbesitzer haben mit Aufräum- und Reparaturarbeiten begonnen. Indirekt könnte der Wirbelsturm in den betroffenen Gebieten damit wie ein kleines Konjunkturprogramm wirken.

Dazu kommen neue innenpolitische Perspektiven: In den USA könnte es mit der von Präsident Donald Trump versprochenen Steuerreform vielleicht doch noch klappen: Finanzminister Steven Mnuchin erklärte während einer Konferenz, dass die Reform noch vor dem Jahresende beschlossen werden könnte.

Ereignis des Tages bei den Einzelwerten war die Präsentation der neuen Hoffnungsträger bei Apple: Die Aktie des iPhone-Anbieters zeigte sich mit der Produktvorstellung sehr beweglich. Während die Vorstellung der neuen Smartwatch die Aktie nach oben trieb, ging es später wieder abwärts.

Dabei war es nach Einschätzung von Beobachtern weniger die Qualität der drei neuen iPhone-Modelle, die den Kurs belastete. Vielmehr sorgte für Enttäuschung, dass das neue Luxus-iPhone X, das 999 Dollar kosten soll, erst im neuen Rechnungsjahr in die Bilanz einfließen wird. Das neue Smartphone-Modell von Apple wird nicht vor dem 3. November ausgeliefert werden. Die Apple-Aktie verlor 0,4 Prozent.

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Zu den stärksten Werten im Dow gehörten die Aktien von Dowdupont, nachdem das Unternehmen Details seiner geplanten Aufspaltung in drei eigenständige Unternehmen bekanntgegeben hat. Die Titel legten um 2,5 Prozent zu.

Der Baumaschinenhersteller Caterpillar legte eine optimistische Einschätzung für den weltweiten Bau- und Minenmarkt vor, nachdem er zuvor noch unter einem anhaltenden Abschwung gelitten hatte. Der Aktienkurs stieg um 1,7 Prozent.

Ebenfalls stark schnitten die Bankenwerte ab, gestützt von den steigenden Renditen am Anleihemarkt. Goldman Sachs kletterten um 2,2 Prozent. Die Aktien von JP Morgan verbesserten sich um 1,2 Prozent, obwohl Bank-Chef Jamie Dimon sagte, dass die Handelsumsätze der größten US-Bank im laufenden Quartal im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um bis zu 20 Prozent zurückgehen könnten.

Unitedhealth fielen um 1,1 Prozent, nachdem der Krankenversicherer Verhandlungen über den Kauf des chilenischen Wettbewerbers Banmedica bestätigt hat. Es sei aber noch nicht sicher, dass eine Übernahme zustande komme, dämpfte das US-Unternehmen die Erwartungen.

Ausgemachte Sache ist dagegen ein Zukauf des Agrarunternehmens Bunge in Malaysia. Der weltgrößte Anbieter von Ölsaaten und Hersteller von verzehrbaren Pflanzenölen erwirbt für 946 Millionen Dollar einen Anteil von 70 Prozent an der Loders Croklaan Group, die Saatenöle herstellt. Die Bunge-Aktie fiel um 5,7 Prozent.

Auch Analystenkommentare machten in Einzelfällen die Kurse. Unter anderem haben Experten von Bernstein die Nike-Aktie mit der Einstufung "Outperform" und dem Kursziel 69 Dollar in die eigene Beobachtungsliste aufgenommen. Für Nike ging es um 0,7 Prozent nach oben. Alcoa stiegen um 3,2 Prozent nach der Hochstufung auf "Buy" durch die Deutsche Bank.

Schwächster Wert im Dow waren McDonald's mit einem Minus von 3,2 Prozent. Am Markt wurde auf negative Aussagen durch das Analysehaus MScience verwiesen. Im übrigen ist die Aktie anfällig für Gewinnmitnahmen, denn sie hat seit Jahresbeginn rund 35 Prozent zugelegt und ist damit die drittstärkste im Dow-Jones-Index.

Die Ölpreise legten zu, nachdem die Opec Erfolge bei ihrem Bemühungen um eine Senkung des Ölausstoßes gemeldet hat. Aus dem Monatsbericht des Ölförderkartells geht hervor, dass die Ölförderung der Mitgliedsstaaten im August zum ersten Mail seit April gefallen ist. Der Preis für ein Barrel US-Leichtöl der Sorte WTI stieg um 0,4 Prozent auf 48,27 Dollar.

Aus dem vermeintlich sicheren Hafen Staatsanleihen zogen sich die Anleger angesichts der wieder gestiegenen Risikobereitschaft zurück. Sinkende Notierungen ließen die Rendite zehnjähriger US-Anleihen um 4 Basispunkte auf 2,17 Prozent steigen. Die Feinunze Gold drehte im späten Geschäft leicht ins Plus. Sie gewann 0,1 Prozent auf 1.331 Dollar, blieb damit aber deutlich unter dem Jahresrekord vom Vortag, das bei 1.357,64 Dollar gelegen hatte.

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Quelle: n-tv.de

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