Freitag, 29. Januar 2010
Rekord-BIP überzeugt nicht
US-Börsen drehen ins Minus
Auch ein sehr gut ausgefallenes BIP in den USA konnte den US-Börsen letztlich nicht zu einem Plus am Ende der Woche verhelfen. Die Sorgen führten am Ende zu einem, teils deutlichen, Abschlag der wichtigsten Indizes.
Nach anfänglichen Kursgewinnen ist der US- Aktienmarkt abgerutscht und hat schwach geschlossen. Anfangs sorgten noch gute Konjunkturdaten und mehrere positiv aufgenommene Quartalsberichte für gute Stimmung an den Börsen. "Das Vertrauen schwindet", kommentierte David Buik vom Broker BGC Partners. "Das US-BIP ist zwar im vierten Quartal so stark gestiegen wie auf Quartalsbasis seit sechs Jahren nicht mehr, weshalb die Anfangsreaktion der Märkte keine Überraschung war." Doch der Aufwärtsbewegung habe die Basis gefehlt. Es gebe weiter Sorgen wegen der US-Geldpolitik, des staatlichen Kapitalbedarfs und der Kosten für die geplante Gesundheitsreform
Der Dow Jones Industrial schloss mit einem Minus von 0,52 Prozent bei 10 067,33 Punkten - auf Wochensicht büßte der Leitindex gut ein Prozent ein. Der marktbreite S&P-500-Index verlor am letzten Handelstag der Woche 0,98 Prozent auf 1073,87 Punkte. An der Nasdaq fiel der Composite Index um 1,45 Prozent auf 2147,35 Zähler und der Auswahlindex Nasdaq 100 büßte 1,70 Prozent auf 1741,04 Zähler ein.
Aktien von Microsoft rutschten ungeachtet positiver Nachrichten nach deutlichen Auftaktgewinnen ab und schlossen 3,36 Prozent tiefer bei 28,18 US-Dollar. Der größte Softwarehersteller der Welt kann auf ein erfolgreiches Schlussquartal zurückblicken, in dem der durchschlagende Erfolg des neuen Betriebssystems Windows 7 die Kassen füllte. Gewinn und Umsatz hatten gegenüber dem Vorjahreszeitraum deutlich zugelegt und die Analystenerwartungen übertroffen. Auch Amazon-Titeln blieb trotz des deutlichen Gewinnsprungs im wichtigen Weihnachtsquartal ein kleines Minus von 0,21 Prozent auf 125,41 Dollar nicht erspart. Der weltgrößte Online-Versandhändler rechnet auch im laufenden Vierteljahresabschnitt mit kräftigem Wachstum.
Die Anteilsscheine von Honeywell International quittierten die Zahlenvorlage mit deutlichen Abschlägen von 2,96 Prozent auf 38,64 Dollar. Die Gewinne des Mischkonzerns waren im vierten Quartal leicht rückläufig. Als Gründe wurden die schwache Nachfrage nach Komponenten im Bereich Luftfahrt und nach Klimaanlagen genannt. Aktien des Ölkonzerns Chevron verloren ungeachtet eines Umsatzanstiegs, der positiv überraschte, 1,53 Prozent auf 72,12 Dollar. Der Gewinn im vergangenen Quartal war allerdings zurückgegangen. Anteilsscheine von NRG Energy standen an ihrem ersten Handelstag im S&P 500 ebenfalls unter keinem guten Stern. Die Papiere des Versorgers, die die Titel von Sun Microsystems im Index ersetzen, gaben um 2,47 Prozent auf 24,11 Dollar nach.
Der Euro setzte seine Talfahrt gegenüber dem Dollar fort. Zuletzt kostete die europäische Gemeinschaftswährung 1,3865 Dollar. Richtungsweisende zehnjährige Anleihen rückten um 11/32 Punkte auf 98 5/32 Punkte vor und rentierten mit 3,598 Prozent.
rts
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