Donnerstag, 02. Februar 2012
Die US-Börsen haben am Donnerstag in Erwartung des offiziellen US-Arbeitsmarktberichts uneinheitlich und insgesamt wenig bewegt geschlossen. Während die Anleger eine Reihe von Unternehmenszahlen zu verdauen hatten, konnten auch Konjunkturdaten die Stimmung nicht grundlegend heben. Am Markt hieß es, Anleger warteten gespannt auf den offiziellen Arbeitsmarktbericht des US-Arbeitsministeriums am Freitag. Er könne weiteren Aufschluss über die Lage der amerikanischen Volkswirtschaft geben.
Der Dow-Jones-Index der Standardwerte notierte zum Handelsschluss mit einem Minus von 0,1 Prozent bei 12.705 Punkten. Der breiter gefasste S&P-500-Index schloss bei 1325 Punkten, ein Plus von 0,1 Prozent. Der Index der Technologiebörse Nasdaq gewann 0,4 Prozent und ging mit 2859 Punkten aus dem Handel. In Frankfurt war der Dax dagegen 0,6 Prozent fester bei 6656 Zählern aus dem Handel gegangen.
Die Zahlen des Arbeitsministeriums schürten die Hoffnung, dass auch die Arbeitslosenrate weiter gesunken ist. Mit Spannung warten die Händler nun auf die Monatsdaten am Freitag. "Der Markt bewegt sich in lichten Höhen und wir brauchen ständig gute Nachrichten, um dieses Niveau zu halten", sagte Uri Landesman von Platinum Partners in New York.
In der vorigen Woche beantragten rund 367.000 Amerikaner erstmals Arbeitslosenhilfe, wie das Ministerium erklärte. In der Woche davor lag die Zahl bei 379.000. Analysten hatten im Schnitt 375.000 erwartet.
Heiß diskutiertes Thema war der Börsengang von Facebook, der immer konkretere Formen annimmt. Der Internet-Konzern hat bei der US-Börsenaufsicht die Unterlagen für den Gang aufs Parkett eingereicht. Demnach strebt das Unternehmen ein Volumen von 5 Mrd. Dollar an. Dieser Wert dient aber zunächst nur der Ermittlung der Gebühren für den Börsengang. Die tatsächliche Größe könnte am Ende weit höher sein.
Bei Viacom, die unter anderem TV-Kanäle wie Nickelodeon und Comedy Central betreibt, brach der Umsatz im ersten Quartal des Geschäftsjahres 2011/2012 um zwei Drittel ein. Im Anzeigengeschäft gingen die Umsätze stark zurück. Der Gewinn je Aktie lag mit 1,06 Dollar minimal über der Konsensprognose von 1,05 Dollar. Viacom fielen um 0,6 Prozent.
Im Technologiesektor profitierten Qualcomm von dem optimistischen Ausblick, den das Unternehmen am Vortag nach Börsenschluss bei der Veröffentlichung seiner Zahlen zum ersten Geschäftsquartal gegeben hatte. Die Aktien stiegen um 2,0.
Electronic Arts hat im dritten Geschäftsquartal den Verlust reduziert und die eigenen Ziele übertroffen. Das wurde belohnt: Die Aktie stieg um 6,1 Prozent.
Die Papiere der Bekleidungskette Abercrombie & Fitch verbilligten sich um 13,7 Prozent. Das Unternehmen hatte angedeutet, dass es im vierten Geschäftsquartal wohl die Erwartungen verfehlt hat.
Einen Kursexplosion erlebten die Aktien von Green Mountain Coffee. Die Papiere des Kaffeerösters sprangen um 23,8 Prozent, nachdem das Unternehmen höhere Kaffeepreise durch einen starkes Absatzplus der Kaffeemarke "K-Cup" überkompensieren konnte. Den Gewinn je Aktie hat das Unternehmen im ersten Quartal des Geschäftsjahres mehr als verdreifacht. DJG/DJN/cln
Der US-Pharmakonzern Merck hat nicht zuletzt wegen des Ablaufs von Patenten eine vorsichtige Prognose für das neue Geschäftsjahr abgegeben und erwartet keine Steigerung des Umsatzes 2012. Beim Bestseller, dem Asthmamedikament Singulair, droht spätestens ab August ein Umsatzeinbruch. Das Merck-Papier büßte 0,5 Prozent ein. Im Sog von Merck rutschten auch die Papiere von Pfizer um 0,9 Prozent ab, Johnson & Johnson schlossen 0,2 Prozent leichter.
Der amerikanische Chemiekonzern Dow Chemical rutschte im Schlussquartal des vergangenen Jahres überraschend in die roten Zahlen. Unter anderem hohe Steuereffekte im Brasiliengeschäft führten im vierten Quartal zu einem Verlust von 20 Millionen Dollar. Die Aktie des größten Chemieunternehmens der USA verloren 1,2 Prozent.
Andere konjunktursensible Aktien zogen dagegen an. Für den Aluminium-Riesen Alcoa ging es um 2,1 Prozent aufwärts, Ölmulti Chevron gingen 0,9 Prozent fester aus dem Handel.
bad/dpa/rts/DJ