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Marktberichte

Freitag, 22. Januar 2010

Angst vor Kapitalabfluss

Rohstoffmarkt sieht rot

Die Pläne von US-Präsident Barack Obama zur Beschränkung des Eigenhandels der Banken haben auch am Rohstoff-Markt Verkäufe ausgelöst. Händler fürchten, dass sich die Banken und Fonds nun zweimal überlegen, wohin sie ihr Geld fließen lassen.

Weizen biegt sich unter der Angst, dass der Kapitalfluss versiegt.

Weizen biegt sich unter der Angst, dass der Kapitalfluss versiegt.
(Foto: picture-alliance/ dpa)

"Die Initiative hat viele Marktteilnehmer verunsichert", sagte Analyst Edward Meir vom Brokerhaus MF Global. "Der Schritt könnte einen geringeren Handel von Fonds, die mit Banken verbunden sind, von ihnen vertrieben oder finanziert werden, implizieren." Sein Kollege Olivier Jakob von Petromatrix urteilte ähnlich. "Einige Fonds werden ihr Engagement im zweiten Halbjahr voraussichtlich überprüfen müssen."

Agrar-Rohstoffe mussten am stärksten Federn lassen. Weizen und Mais gaben in der Spitze jeweils mehr als ein Prozent auf 4,92 beziehungsweise 3,67 Dollar je Scheffel (35,2 Liter) nach.

In London fiel der Terminkontrakt auf raffinierten Zucker nach seinem Rekordhoch von 767 Dollar je Tonne am Vortag auf 745,20 Dollar zurück. Die in den USA gehandelten Futures auf Rohzucker verbilligten sich auf 28,86 US-Cent je Pfund. Am Donnerstag war noch ein 29-Jahres-Hoch markiert worden.

Nur eine kurze Korrektur beim Palmöl?

Nur eine kurze Korrektur beim Palmöl?
(Foto: picture-alliance/ dpa)

Am malaysischen Palmöl-Markt gab der richtungsweisende April-Kontrakt 1,3 Prozent auf 2445 Ringgit (gut 500 Euro) je 25 Tonnen nach. Börsianer rechneten für die kommende Woche aber fest mit einer Erholung, da der Markt überverkauft sei. In den vergangenen zwei Wochen ist der Preis des für Lebensmittel, in Kosmetika oder als Biokraftstoff genutzten Pflanzenfetts um knapp zehn Prozent abgerutscht.

Ölpreis rutscht wieder ab

Beim Rohöl rutschte der Preis für ein Barrel (159 Liter) der richtungsweisenden US-Sorte WTI als Reaktion auf die Obama-Initiative zeitweise auf ein Viereinhalb-Wochen-Tief von 75,62 Dollar ab. Petromatrix-Experte Jakob zufolge ist die Marke von 75 Dollar wichtig. Sollte sie unterschritten werden, müsse mit Anschlussverkäufen gerechnet werden.

Auch die Basismetalle standen unter Verkaufsdruck. Nach Einschätzung von Citigroup-Analyst David Thurtell nutzten Anleger die Obama-Initiative und die Spekulation um eine Straffung der chinesischen Geldpolitik aber nur als Ausrede, um Gewinne mitzunehmen. Schließlich sei dem Markt nach seiner Rally der vergangenen Monate die Luft ausgegangen. Kupfer verbilligte sich um ein halbes Prozent auf 7248 Dollar je Tonne, war damit aber immer noch mehr als doppelt so teuer wie vor Jahresfrist.

Die von den Obama-Plänen ausgelöste Verunsicherung gab Gold zunächst Auftrieb. Die Erholung des Dollar machte die zaghafte Erholung dann aber wieder zunichte. Die Aufwertung der US-Währung lässt das Edelmetall für Investoren außerhalb der USA teurer werden. Am Mittag kostete Gold 1.093,30 Dollar beziehungsweise 773,74 Euro. Platin und Palladium brachen um jeweils mehr als vier Prozent auf 1.531 beziehungsweise 432,50 Dollar ein. Die Markteinführung börsennotierten Fonds (ETFs) auf diese Edelmetalle hatte die Preise in den vergangenen Wochen beflügelt.

sla/rts

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