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Gesundheit hui, Banken pfui: Pessimismus belastet Wall Street

An den US-Aktienmärkten dominiert auch am Donnerstag die Unsicherheit über die Maßnahmen der europäischen Staats- und Regierungschefs zur Bekämpfung der Krise in der Eurozone. Von den dicksten Verlusten können sich die Börsen zwar bis Handelsschluss erholen, doch bleibt die Stimmung trüb.

Die Wall Street hat sichder Skepsis in Europa über den Ausgang des EU-Gipfels angeschlossen: Die Anlegerin den USA machten sich am Donnerstag ebenfalls kaum Hoffnung auf einen Durchbruchbei den Verhandlungen über einen Ausweg aus der Schuldenkrise. Zumal der Streitinnerhalb der Euro-Zone kurz vor Beginn des Gipfels einen neuen Höhepunkt erreichte.Die Meinungen über Wege zur Bewältigung der Krise gingen weit auseinander. Zudemwies das Bundesfinanzministerium einen Zeitungsbericht zurück, wonach die Bundesregierungihre Position zu Euro-Bonds aufgeweicht habe.

Der Dow-Jones-Index der Standardwerte schloss0,2 Prozent schwächer bei 12.602 Punkten. Im Verlauf pendelte er zwischen 12.450und 12.626 Stellen. Der breiter gefasste S&P-500fiel ebenfalls 0,2 Prozent auf 1329 Zähler. Der Index der Technologiebörse Nasdaq verzeichnete ein Minus von 0,9 Prozentauf 2849 Stellen.

Im Mittelpunkt des New YorkerHandels standen Bankaktien. Dies war allerdings nicht nur auf die Schuldenkrisezurückzuführen, sondern auch auf schlechte Nachrichten rund um die Spekulationsverlustebei JP Morgan Chase. Kreisen zufolgehat sich das Geldhaus mit komplexen Finanzpapieren dramatisch mehr verspekuliertals bislang angenommen. Die größte US-Bank gehe inzwischen von einem Verlust vonvier bis sechs Mrd. Dollar aus. Die JP-Morgan-Aktie verlor rund 2,4 Prozent.

Ein weiterer Grund für dieVerluste im Bankensektor war die Ausweitung von Ermittlungen wegen Zinsmanipulationen.Dabei geht es um den Vorwurf der Manipulationen des weltweit gültigen Interbanken-ZinssatzesLibor. Die Aktien der Citigroup ließen2,6 Prozent Federn.

US-Börsianer quittiertendie Aufspaltung des Medienkonzerns News Corpmit einem Kursabschlag von 1,4 Prozent. Medienmogul Rupert Murdoch beugte sich denRufen der Anleger und stimmte zu, das Verlagsgeschäft von der gewinnträchtigerenUnterhaltungssparte zu trennen.

Gesundheitswerte fandennach der Bestätigung der Gesundheitsreform durch das Oberste Bundesgericht keineklare Richtung. Der entsprechende S&P-Index verlor 0,3 Prozent. Mehrere Einzeltitelsprangen jedoch deutlich in die Höhe: TenetHealthcare um mehr als fünf Prozent, Centeneum gut zwei Prozent, Molina Healthcareum mehr als acht Prozent. Der Oberste Gerichtshof der USA bestätigte mit der Gesundheitsreformdas wichtigste innenpolitische Projekt von Präsident Barack Obama im Kern. Mit nureiner Stimme Mehrheit erklärten die neun Richter die allgemeine Versicherungspflicht,das Herzstück der Reform, für verfassungsgemäß.

Wenig Beachtung am Marktfanden neue Daten zur US-Wirtschaft, die zu Jahresbeginn einen Gang zurückgeschaltethat. Zwar beantragten in der vergangenen Woche weniger US-Bürger erstmals Arbeitslosenhilfeals in der Woche zuvor. Dennoch ist die Zahl nach wie vor zu hoch, um eine Trendwendeam Arbeitsmarkt zu signalisieren. "Das war keine Überraschung. Aber im Momentinteressieren eh nur die Gesundheitsreform und Europa", sagte Analyst WayneKaufman von John Thomas Financial.

Quelle: n-tv.de