Mittwoch, 03. Februar 2010
Wohin geht die Reise?
Ölpreise steigen
Seit Wochenbeginn legt der Ölpreis in der Spitze rund fünf Dollar zu. Analysten sind sich aber uneins, ob der jüngste Abwärtstrend nun gestoppt ist oder nicht.
Risikofreudigere Investoren haben die Kurse an den Rohstoffmärkten beflügelt. Getrieben von der Hoffnung auf eine Wirtschaftserholung verteuerte sich Öl auf mehr als 77 Dollar das Fass. Auch die Preise für Industriemetalle zogen an, nachdem die Sorgen vor einer Kreditverknappung Chinas wieder in den Hintergrund traten. Das Fass US-Öl der Sorte WTI legte den zweiten Tag in Folge zu und kostete mit 77,43 Dollar rund 30 Cent mehr als am Vorabend. Nordseeöl der Sorte Brent wurde mit 76,40 Dollar ebenfalls 45 Cent teurer gehandelt.
Seit Wochenbeginn hat der Ölpreis in der Spitze rund fünf Dollar zugelegt. Analysten sind sich aber uneins, ob der jüngste Abwärtstrend nun gestoppt ist oder nicht. Nach Ansicht der Commerzbank gibt es keine fundamentalen Gründe für die Rally. "Der Markt ist weiterhin reichlich mit Öl versorgt", hieß es. Das bestätigten auch die am Vorabend vom Verband API gemeldeten Zuwächse bei den wöchentlichen Lagerdaten. Gegen eine rasche Erholung sprächen auch die sehr verhaltenen Aussichten im Raffineriegeschäft. Hingegen sagte JBC-Energy-Analyst David Wech, die steile Erholungskurve des Ölpreises könne bedeuten, dass es eine Trendwende gebe. Allerdings dürften die Lagerdaten der Energiebehörde EIA dann nicht allzu negativ ausfallen.
Der Goldpreis kletterte mit Hilfe eines etwas schwächeren Dollar zeitweise auf ein Zwei-Wochen-Hoch von 1124,45 Dollar je Feinunze. "Die Erholung am Aktienmarkt diese Woche, und dass der Euro seine Verluste wettmachen konnte, schaffen ein positives Umfeld für Metalle", sagte Peter Fertig von Quantitative Commodity Research. Das Industriemetall Kupfer verteuerte sich bis auf 6920 Dollar nach 6820 Dollar am Vortag. "Vieles wird davon abhängen, wie der Markt auf die Makrodaten im Lauf der Woche reagiert und ob sich das Risikoverhalten durch die Bank weg verbessert", betonte Andrey Kryuchenkov, Analyst bei VTB Capital.
Bei den Agrarrohstoffen stabilisierte sich der Preis für Kakao wieder. Der in London gehandelte Kontrakt verteuerte sich auf 2216 Pfund Sterling je Tonne, nachdem er am Dienstag auf ein Zwei-Monats-Tief von 2157 Pfund abgerutscht war. Der US-Kontrakt hielt sich mit 3130 Dollar je Tonne in Reichweite seines Zweieinhalb-Monats-Tiefs. "Da die Kakaoproduktion in der Elfenbeinküste nach derzeitigem Ermessen nicht wesentlich besser ausfallen dürfte als im Vorjahr und gleichzeitig eine Belebung der Nachfrage zu erwarten ist, dürfte der Kakaomarkt auch in diesem Erntejahr ein Defizit aufweisen", betonte Commerzbank-Analyst Eugen Weinberg. Einen nachhaltigen Preisrückgang unter 3000 Dollar erwarte er deshalb nicht.
rts
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