Freitag, 30. Juli 2010
Angst vor schwachem Wachstum
Ölpreis im Rückwärtsgang
Ein schwächer als erwartetes US-Wirtschaftswachstum im zweiten Quartal heizt am Rohstoffmarkt die Sorge vor einer konjunkturellen Delle an. Das drückt nicht nur auf den Ölpreis, sondern belastet auch die Preise von Industriemetallen.
Spekulationen auf ein schwächer werdendes Wirtschaftswachstum in den USA haben den Ölpreis am Freitag belastet. Der Preis für ein Fass der US-Leichtölsorte WTI fiel bis zum Nachmittag um 1,2 Prozent auf 77,42 Dollar. Die Nordseesorte Brent verbilligte sich um ein Prozent auf 76,76 Dollar je Fass.
"Der Ölpreis geriet nach den US-Daten stärker unter die Räder, wahrscheinlich wegen der Sorge der Anleger vor einem Rückfall der US-Wirtschaft in die Rezession", sagte Commerzbank-Analyst Daniel Briesemann. Neue Nahrung erhielten Skeptiker von einem überraschend geringen Wachstum des Bruttoinlandsprodukts der weltgrößten Volkswirtschaft. Dieses stieg von April bis Juni mit einer auf das Jahr hochgerechneten Rate von 2,4 Prozent. Analysten hatten für das zweite Quartal im Schnitt mit 2,5 Prozent gerechnet. Die US-Wirtschaft wächst zwar seit rund einem Jahr wieder, doch vor allem eine hohe Arbeitslosigkeit und Probleme am Immobilienmarkt machen ihr zu schaffen. "Das ist eine sehr beängstigende amerikanische Wirtschaft, wenn wir Milliarden von Dollar zum Stimulieren ausgeben und alles was bleibt Schulden sind", sagte Ron Weiner, Chef von RDM Financial Group in Westport in Reaktion auf die Zahlen.
Beim Industriemetall Kupfer war die Kauflaune der vorangegangenen Tage erst einmal verflogen. Der Kupferpreis trat auf der Stelle und lag mit rund 7200 US-Dollar je Tonne auf Vortagesniveau. Weiter aufwärts ging es hingegen für Aluminium und Zink mit einem Plus von 2,7 Prozent beziehungsweise einem Prozent. Die Aussicht auf eine anhaltende starke Nachfrage aus China stütze die Kurse nach wie vor, sagten Händler.
Beim Goldpreis gab es keine klare Richtung. Die Feinunze notierte nahe des Vortagesstandes von 1168 Dollar. Auf der einen Seite seien an der New Yorker Rohstoffbörse Mitte der Woche so viele Gold-Kontrakte wie nie zuvor gehandelt worden, kommentierten die Analysten der Commerzbank. Auf der anderen Seite verzeichneten Gold-ETFs die höchsten Abflüsse seit März.
rts
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