Freitag, 17. Februar 2012
An der Tokioter Börse haben die Aktienkurse sehr fest geschlossen. Händler erklärten die gute Stimmung mit den positiven US-Konjunkturdaten vom Vortag und der schwindenden Angst vor einem griechischen Zahlungsausfall. Die jüngste Abwertung des Yen gab vor allem Aktien exportorientierter Unternehmen Auftrieb. Gemieden wurden dagegen Papiere von Unternehmen, die stark von der Binnennachfrage abhängen.
Der Nikkei-225-Index stieg um 1,6 Prozent auf 9384 Punkte. Der Topix gewann 1,3 Prozent auf 810 Zähler.
Die Stimmung hat sich aufgehellt und ermuntert zu Risiken", sagte Marktanalyst Masayuki Doshida von Rakuten Securities. Wie andere Experten verwies er auf einen derzeit grundlegenden Trend: Dank der lockeren Geldpolitik maßgeblicher Notenbanken ist so viel Liquidität vorhanden, dass die Investoren händeringend nach geeigneten Anlagemöglichkeiten suchen und daher auch risikobereiter geworden sind. Ein neues Drei-Jahres-Leihgeschäft der Europäischen Zentralbank noch in diesem Monat werde den Markt mit weiteren Geldmassen fluten. "Es gibt immer noch eine Menge überschüssiger Liquidität, die von den Aktienmärkten verdaut werden muss", sagte Analyst Cho Sung Joon von NH Investment & Securities.
Hinzu kamen neue Arbeitsmarkt- und Industriedaten aus den USA, die auf eine wirtschaftliche Erholung der weltgrößten Volkswirtschaft hindeuten. Für Erleichterung an den Märkten sorgten ferner führende Vertreter der Euro-Zone. Sie signalisierten, dass Griechenland voraussichtlich am Montag mit der Freigabe eines zweiten Hilfspakets im Volumen von 130 Mrd. Euro rechnen kann.
Automobilwerte profitierten vom schwächeren Yen. Nissan rückten um 2,1 Prozent vor und Toyota um 0,6 Prozent. Im Technologiesektor gewannen Nikon 3,9 Prozent. Nintendo legten um 1,7 Prozent und Panasonic um 3,7 Prozent zu.
Ein überzeugender Ausblick auf das laufende Jahr verhalf den Aktien des Reifenherstellers Bridgestone zu einem Anstieg von 4 Prozent. Aktien von Reedereien litten dagegen unter einer Herabstufung des Sektors durch Credit Suisse auf "Market Weight" von "Overweight". Mitsui OSK Lines büßten 1,4 Prozent ein.
NEC wurden im Zuge der Umschichtung aus defensiven Werten in den Exportsektor verkauft und verloren 0,6 Prozent. NEC ist zwar hauptsächlich als IT-Unternehmen bekannt, betreibt aber auch eine Infrastruktursparte, die am Wiederaufbau in der Region beteiligt ist, die im März vergangenen Jahres von einem heftigen Erdbeben erschüttert wurde.
jga/rts/DJ