Marktberichte
Die Finanzmärkte warten immer noch auf eine Geldflut durch die Notenbanken.
Die Finanzmärkte warten immer noch auf eine Geldflut durch die Notenbanken.(Foto: picture alliance / dpa)

Dax-Vorschau: Markt auf bröckeligem Boden

Gelingt dem Dax der Sprung über 7000 Punkte? Diese Frage wird Anleger wohl auch in der kommenden Woche beschäftigen. Nach seiner imposanten Kursrally der vergangenen Tage war der deutsche Leitindex an der Marke zuletzt mehrmals abgeprallt.

Video

Nach fünf Wochengewinnen in Folge ist die Luft beim Dax erst einmal raus. Analysten sehen nur geringe Chancen, dass der Leitindex die psychologisch wichtige Marke von 7000 Punkten in naher Zukunft überspringt.

"Der Kursanstieg seit Anfang Juni steht auf brüchigem Fundament", warnen die Experten der Landesbank Berlin. "Zwar wurden politisch weitere Schritte zur Bekämpfung der Euro-Schuldenkrise initiiert, deren Umsetzung und die Bewältigung der Krise halten aber noch große Stolpersteine und Fragezeichen parat. Letztendlich handelt es sich bei den Kursgewinnen um eine Hoffnungsrally, dass es zu einer schnellen Beruhigung in den Problemstaaten kommt, und die Notenbanken die Märkte weiterhin mit Liquidität und niedrigen Kreditzinsen unterstützen werden."

Chart

Seit Anfang Juni hat der Dax rund 1000 Punkte zugelegt. In der alten Woche lag das Plus bei etwa einem Prozent. Auch Commerzbank-Analyst Andreas Hürkamp rechnet nicht mit einer baldigen Fortsetzung der Rally. "Ab Mitte August kommt häufig saisonaler Gegenwind für Dax-Investoren auf. Seit 1965 hat der Dax von Mitte August bis Ende September durchschnittlich 2,7 Prozent verloren."

Der kleine Verfall an den Terminmärkten könnte allerdings für überraschende Kursausschläge sorgen. Am Freitag laufen Optionen auf Indizes und einzelne Aktien aus. In den Tagen davor versuchen Anleger traditionell diejenigen Werte, auf die sie Derivate halten, in die von ihnen gewünschte Richtung zu bewegen.

Wie locker sitzt der Fed das Geld?

Angesichts der anhaltenden Spekulationen um mögliche weitere Konjunkturhilfen der Federal Reserve Bank (Fed) rücken die US-Konjunkturdaten wieder stärker in den Mittelpunkt. Am Dienstag werden Börsianer versuchen, aus den Einzelhandelsumsätzen Rückschlüsse auf die Aussichten für die weltgrößte Volkswirtschaft zu ziehen. Experten rechnen für Juli mit einem Plus von 0,5 Prozent nach einem Rückgang von 0,5 Prozent im Vormonat.

Weitere Hinweise liefern unter anderem der Konjunkturindex der Federal Reserve Bank von Philadelphia (Philly Fed) am Donnerstag, sowie der Index der US-Verbrauchervertrauens der Universität von Michigan und die US-Frühindikatoren (jeweils am Freitag). Der Philly Fed wird sich Experten zufolge auf minus 4,0 Punkte von minus 12,9 Zählern verbessern. Bei den Frühindikatoren sagten sie ein Plus von 0,1 (Vormonat: minus 0,3) Prozent voraus.

Die Stimmung unter den deutschen Börsenprofis hat sich trotz der Kursrally der vergangenen Wochen voraussichtlich nicht aufgehellt. Experten rechnen damit, dass der ZEW-Index (Dienstag) auf minus 20,4 Punkte von minus 19,6 Zählern zurückgegangen ist.

Deusche Bilanzsaison neigt sich dem Ende  

Bei den deutschen Unternehmen klingt die Bilanzsaison langsam aus, nachdem gut drei Viertel aller Dax-Konzerne bereits ihre Zahlen vorgelegt haben. In der neuen Woche wollen sich unter anderem die beiden Versorger Eon (Montag) und RWE (Dienstag) in die Bücher schauen lassen. Daneben haben eine ganze Reihe Unternehmen aus der zweiten und dritten Börsenliga die Veröffentlichung von Ergebnissen angekündigt. Mit dabei sind der Baukonzern Hochtief, der Touristik-Anbieter TUI (jeweils Dienstag) und die Fluggesellschaft Air Berlin (Mittwoch).

Quelle: n-tv.de