Stimmungstöter Europa: Kursverluste an der Wall Street
Spanien, Griechenland, Italien: Aus diesen Ländern kommt in diesen Tagen viel Unerfreuliches. Auch an der Wall Street schaut man mit Sorge über den großen Teich. Die New Yorker Indizes geben am Mittwoch nach.
Eine erneute Zuspitzung der Euro-Schuldenkrise hat amMittwoch die US-Börsen belastet. Schlechte Nachrichten aus Spanien, Italien undGriechenland drückten die Kurse. "Es scheint unabwendbar, dass der Euro auseinanderbricht",sagte Nathan Snyder von Snow Capital Management. "Es ist nur noch die Frage,wie lange man das noch hinauszögern kann und welche Auswirkungen es haben wird."
Unter der Verunsicherung der Anleger litten Branchen,die konjunkturellen Schwankungen besonders ausgesetzt sind - wie der Energie- undKonsumsektor. Die Unsicherheit trieb Anleger zudem massiv in US-Staatsanleihen.Die Zinsen für die als sicher geltenden Bonds mit zehnjähriger Laufzeit fielen aufden niedrigsten Stand seit mindestens 60 Jahren.
Der Dow-Jones-Indexder Standardwerte gab 1,3 Prozent nach auf 12.419 Punkte. Im Tagesverlauf pendelteder Leitindex zwischen 12.396 und 12.579 Punkten. Der breiter gefasste S&P-500 büßte 1,4 Prozent ein auf 1313Zähler. Die Technologiebörse Nasdaq verlor1,2 Prozent auf 2837 Stellen.
Die Angst vor einer Eskalation im spanischen Bankensektor trieb die Kosten für Kreditausfallversicherungendes Landes auf ein Rekordhoch. An der spanischen Börse verlor der Leitindex 2,6Prozent auf den tiefsten Stand seit mehr als neun Jahren. Die Renditen für zehnjährigespanische Bonds näherten sich der Marke von sieben Prozent. Einen solch hohen Zinssatzhatten andere Länder der Euro-Zone in der Vergangenheit nicht lange tragen könnenund waren unter den Rettungsschirm geschlüpft. Spanien hat bislang stets erklärt,dies nicht tun zu wollen. "In Spanien hat die Verschlechterung der Lage einerschreckendes Ausmaß erreicht, denn dort wäre ein größeres Rettungspaket und deutlichmehr Kapital nötig, um die Probleme der Banken zu lösen", sagte Quincy Krosbyvon Prudential Financial mit Blick auf das größere wirtschaftliche Gewicht Spaniensin der Euro-Zone im Vergleich zu Griechenland.
Auch aus Italienkamen schlechte Nachrichten: Das Land konnte zwar fünf- und zehnjährige Anleihenim Volumen von 5,73 Milliarden Euro verkaufen, musste den Anlegern dafür aber höhereZinsen zahlen als zuletzt.
In Griechenlandschließlich deuten jüngste Umfragen auf ein Kopf-an-Kopf-Rennen zwischen den Befürworternund Gegnern der Sparauflagen bei der Wahl am 17. Juni hin. Aufgeholt hat das sparkritischeLinksbündnis Syriza, das die bereits gemachten Sparzusagen an seine Geldgeber vonEU und IWF nicht einhalten will. In Umfragen vor Pfingsten hatte noch die sparwilligePartei Neue Demokratie geführt.
Eine Unterstützung vom Heimatmarkt blieb ebenfalls aus:Die Zahl der Kaufabschlüsse für bestehendeUS-Eigenheime fiel im April überraschend deutlich um 5,5 Prozent auf ein Vier-Monats-Tief.Der Rückgang enttäuschte die Hoffnung einiger Analysten, dass der seit Jahren darbendeImmobilien-Markt die Talsohle bereits durchschritten haben könnte.
Die Anteilsscheine von Research in Motion (RIM) verloren 7,8 Prozent. Der Blackberry-Herstellerhatte zuvor vor einem weiteren Quartal mit Verlusten gewarnt.
Die Talfahrt von Facebook setzte sich fort. Die Aktie des weltgrößten sozialen Netzwerksverlor weitere 2,3 Prozent auf 28,19 Dollar. Vor knapp zwei Wochen waren die Dividendenpapierebeim Börsengang zu 38 Dollar ausgegeben worden. Einige Analysten hatten den Ausgabekursals zu hoch kritisiert. Zudem halten sich Zweifel am Geschäftsmodell.
Zulegen konnte das Dividendenpapierdes US-Agrochemiekonzerns Monsanto. Derweltgrößte Saatguthersteller gab einen optimistischen Ausblick für 2012. Der Kurswertdes Konzerns legte 2,2 Prozent zu. Die Papiere von Macy's verloren 1,8 Prozent, obwohl der Einzelhändler im Mai mehr umsetzteals erwartet.
Quelle: n-tv.de