Dienstag, 16. März 2010
Alle Blicke zur Fed
Kleines Plus im Dax erwartet
Der deutsche Aktienmarkt wird am Dienstag, gestützt auf positive Vorgaben aus den USA, mit Gewinnen erwartet. Der X-Dax als außerbörslicher Indikator für den Stand des deutschen Leitindex Dax notierte kurz nach 8.00 Uhr bei 5.943 Punkten und damit mit 0,68 Prozent im Plus.
Mit der Zinsentscheidung der US-Notenbank Fed am Abend stünden nun wieder wichtige Impulse an, sagte James Hughes von CMC Markets. Ein Signal für eine Zinswende wird aber nicht erwartet. Zuvor kommen bereits wichtige Daten aus der Eurozone, vor allem der ZEW-Index aus Deutschland um 11 Uhr. Auf der Unternehmensseite dürfte es unterdessen eher ruhig bleiben. Die Vorgabe ist postiv und der entscheidende Antriebsfaktor zum Börsenstart: Der Future auf den US-Leitindex Dow Jones Industrial gewann seit Xetra-Schluss 0,46 Prozent.
Autobauer rücken in den Fokus. Die Neuzulassungen sind im Februar auf den tiefsten Stand seit Monaten gefallen. Vor allem im deutschen Markt bekommen BMW , Daimler , VW & Co. das Auslaufen der Abwrackprämie jetzt schmerzlich zu spüren. Unterdessen planen Daimler und Renault der "FTD" zufolge eine mögliche Überkreuzbeteiligung. Händler erwarten zwar keinen großen Kurseinfluss, sähen einen solchen Aktientausch aber als kritisch für Daimler an. "Das wäre ein Desaster für Daimler, da die Marke Mercedes verwässert würde, und das dürfte zu sinkenden Absätzen der wichtigen E- und S-Klasse führen", sagte Marktexperte Heino Ruland von Ruland Research. Die Stuttgarter sollten die Situation schnellstmöglich aufklären, da sonst ein Image-Problem entstehe.
Auch Infineon Technologies könnten einen Blick wert sein. Der Chiphersteller investiert in den kommenden Monaten rund 18 Millionen Euro in sein Werk in Dresden. Damit sollen die Fertigungskapazitäten bis Juli 2010 um zehn Prozent erweitert werden, teilte das Unternehmen am Montag mit. Grund sei die anhaltend hohe Nachfrage nach Halbleiter- und Systemlösungen. Ein Börsianer rechnet wegen des positiven Signals bezüglich der Nachfrageentwicklung mit Unterstützung für die Aktien. Allerdings sei das Papier auch reif für eine Korrektur, denn seit Ende Februar ist es um mehr als 13 Prozent gestiegen.
Der Ausblick von Freenet wurde indes von Händlern als "in etwa wie erwartet" eingestuft. "Umsatz- und Kundenrückgang klingt aber nicht wirklich toll", kommentierte ein Börsianer. Der Gewinn des Mobilfunkkonzerns soll dennoch steigen. "Das muss er auch, um die Dividendenstory am Leben zu erhalten", so der Händler.
dpa-AFX
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