Konjunktursorgen wachsen: Euro schwächer
Die Sorgenfalten bleiben und könnten den Euro auch zum Abschluss der Handelswoche belasten. Die Gemeinschaftswährung liegt deutlich unter der 1,23er Marke. Wie auch an den übrigen Märkten sorgen negative Konjunktursignale aus China für Aufsehen.
Trübere Aussichten für die Weltwirtschaft haben den Euro am Freitag belastet. Enttäuschende chinesische Konjunkturdaten und ein zurückhaltender Ausblick der Bundesregierung drückten auf die Stimmung. Die Gemeinschaftswährung verbilligte sich auf 1,2266 Dollar, nach 1,2302 Dollar zum New Yorker Vortagesschluss. Auch zum japanischen Yen gab der Euro auf 96,02 Yen nach. Der Dollar lag minimal im Minus bei 78,20 Yen. Der Schweizer Franken notierte mit 0,9783 Franken je Dollar etwas schwächer, zum Euro mit 1,2010 Franken jedoch nahe dem von der Schweizer Notenbank SNB proklamierten Höchstkurs. Einige Investoren nahmen Kurs auf den "sicheren Hafen" Bundesanleihen und verhalfen dem Bund-Future zu einem Plus von 84 Ticks auf 143,40 Punkte.
Das Wachstum der chinesischen Exporte lag im Juli nur noch ein Prozent über dem Niveau des Vorjahreszeitraums. Experten hatten mit einem Plus von knapp neun Prozent gerechnet. Die Bundesregierung warnte vor einem Rückschlag für die deutsche Konjunktur. "Vor allem die Schuldenkrise in einigen Ländern des Euroraums wirkt erneut belastend, schürt Verunsicherung und führt zu Zurückhaltung in der Wirtschaft."
Die vom Bekenntnis der Europäischen Zentralbank zum Euro ausgelöste Euphorie ebbe langsam ab, sagte Commerzbank-Analystin Carolin Hecht. Die Notenbank will Krisen-Staaten unter die Arme greifen, sofern diese zuvor Hilfen aus dem EU-Rettungsfonds beantragen und sich den damit verbundenen Spar- und Reformauflagen unterwerfen.
Finanzmarkt-Experte Sören Wiedau von der Weberbank betonte die verbleibenden Unwägbarkeiten. Hierzu gehörten die genaue Ausgestaltung der EZB-Maßnahmen und anstehende politische Entscheidungen wie zum Beispiel die Verfassungsprüfung des ESM in Deutschland.
Die Verunsicherung der Investoren spiegelte sich auch in den spanischen und italienischen Anleihen wider. Deren Renditen lagen nach dem Rückgang der vergangenen Wochen am Freitag wenig verändert bei 6,924 beziehungsweise 5,893 Prozent. Solange das Bundesverfassungsgericht kein grünes Licht für den Rettungsfonds ESM gegeben und Spanien noch keine Entscheidung über einen möglichen Hilfsantrag gefällt habe, werde der Verkaufsdruck auf spanische und italienische Bonds anhalten, sagte ING-Zinsstratege Alessandro Giansanti.
Quelle: n-tv.de