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Montag, 08. Februar 2010

Bleischwere Haushaltslage

Euro ist Prügelknabe

Die Sorgen um die schwächeren Mitglieder der Euro-Zone lasten schwer auf der europäischen Gemeinschaftswährung. Auch zum Wochenbeginn geht es mit dem Euro bergab.

Indische Rupien, gezählt von flinken Händen in Agartala.
(Foto: REUTERS)

Die Nervosität der Anleger angesichts der Verschuldung einiger südeuropäischer Staaten hat auch am Montag den Euro belastet. Die Gemeinschaftswährung rutschte auf 1,3660 Dollar von rund 1,37 Dollar am Freitagabend in New York ab. Damit notierte sie aber über dem am Freitag im Verlauf erreichten 8-1/2-Monats-Tief von 1,3585 Dollar.

"Der Euro bleibt angeschlagen, er dient im Moment als Prügelknabe", sagte ein Händler. Das Ausbleiben konkreter Hilfszusagen für das hoch verschuldete Griechenland am Wochenende beim Treffen der Finanzminister der sieben führenden Industrieländer (G7) enttäuschte einige Anleger.

Beteuerungen der Minister, die Probleme in Griechenland würden gelöst, reichten Analysten zufolge nicht aus, um das Vertrauen wiederherzustellen. "Die Unsicherheit über die Zahlungsfähigkeit Griechenlands und anderer Euro-Peripherieländer hält an. Daher ist vorerst keine nennenswerte Erholung des Euro zu erwarten", urteilten die Analysten der Commerzbank. Die Opposition von Gewerkschaften in Griechenland zu den drastischen Sparplänen drücke ebenfalls auf den Euro, sagte ein Händler. "Solange die Angst um die Währungsunion da ist und es keine starken Signale der EU gibt, die Probleme in Griechenland, Spanien und Portugal anzugehen, hat der Euro Potenzial nach unten", erklärte Roberto Mialich, Währungsstratege bei Unicredit in Mailand.

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Wetten auf den Dollaranstieg

Aus Daten der US-Aufsichtsbehörde für den Handel mit Derivaten (CFTC) geht hervor, dass die Anleger so stark wie seit elf Monaten nicht mehr auf einen Dollaranstieg wetten und entsprechend Long-Positionen halten. Zugleich ist die Zahl der Short-Positionen beim Euro so hoch wie zuletzt nach dem Kollaps von Lehman Brothers im September 2008. Laut Analysten tragen Optionsfälligkeiten und Stop/Loss-Orders derzeit stark zur Euro-Schwäche bei.

Am Rentenmarkt blieben derweil die Kurse der portugiesischen und spanischen Anleihen unter Druck, so dass die Renditen weiter stiegen. Dadurch erhöhte sich der Abstand zu den in Europa richtungsweisenden zehnjährigen Bundesanleihen, deren Rendite mit 3,128 Prozent leicht über dem Freitagsniveau von 3,111 Prozent lag. Die Rendite der portugiesischen Anleihen lag bei 4,791 Prozent, der spanischen bei 4,155 Prozent. Die Kosten für die Versicherung portugiesischer Anleihen (CDS) liegen nach Angaben von CMA Datavision mit 233.400 Euro je zehn Millionen Euro knapp unter dem am Freitag markierten Rekordhoch von 238.200 Euro.

rts

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