Marktberichte

Dexia bleibt ein Problem: Euro fällt deutlich

Der Euro bleibt angeschlagen. Das liegt wie in den vergangenen Tagen vor allem an der europäischen Schuldenkrise. Für neuen Druck sorgt ein Zeitungsbericht, demzufolge die Rettung der Dexia Bank wieder gefährdet ist.

(Foto: REUTERS)

Der Kurs des Euro rutscht unter die Markevon 1,35 US-Dollar. Ein Grund sei die Sorge vor einer weiteren Eskalation der Schuldenkrisein Europa, sagen Händler. Auch das enttäuschende Wirtschaftswachstum in den USAtrübe die Stimmung. Das Bruttoinlandsprodukt hatte im dritten Quartal 2 Prozentzugelegt. Das reicht nicht aus, um für eine spürbare Verbesserung auf dem Arbeitsmarktzu sorgen.

Im frühen Handel stand die Gemeinschaftswährungbei 1,3462 Dollar. Ein Dollar kostete damit 0,7427 Euro. Die Europäische Zentralbankhatte den Referenzkurs am Vortag noch auf 1,3535 Dollar festgesetzt.

Spekulationen über eine Nachverhandlung desRettungsplans für die angeschlagene belgisch-französische Bank Dexia verstärkenden Druck auf den Euro. Der Zeitung "De Standaard" zufolge sind die Pläne nichtrealisierbar. Belgien könne seinen Teil der vereinbarten Finanzierung nichtstemmen und Frankreich müsse infolgedessen seinen Teil aufstocken, heißtes.

"Wenn Frankreich einen größeren Teilübernimmt, droht eine Herabstufung der Bonität", sagt ein Börsianer. Frankreichund Belgien hatten Dexia im Oktober mit Hilfe von Staatsgarantien in Höhe von 90Mrd. Euro vor einer Pleite bewahrt sowie die Zerschlagung und Verstaatlichung desKreditinstitutes vereinbart.

Frankreich gilt als Wackelkandidat unterden Staaten mit der Top-Bonitätsnote 'AAA'. Vor wenigen Tagen erst hatte die Rating-AgenturMoody's mit einer Herabstufung gedroht. In Belgien erschwert die Staatskrise - dasLand hat seit den Wahlen im Sommer 2010 keine reguläre Regierung - die Sanierungdes Haushaltes. Die Renditen der französischen und belgischen Anleihen waren inden vergangenen Tagen kräftig gestiegen.

Quelle: n-tv.de