Mittwoch, 03. März 2010
Griechische Vorsätze helfen
Euro entspannt sich
Das von Griechenland vorgestellte Sparprogramm sorgt für Entspannung am Devisenmarkt. "Der Markt ist offenbar der Überzeugung, dass die Sparanstrengungen Griechenlands ernst gemeint sind", kommentierte Volkswirt Uwe Angenendt von der BHF Bank die Entwicklung.
Der Euro bewegte sich um 1,3640 Dollar, nachdem er am Dienstag noch bis auf 1,3435 Dollar gefallen war. Das hoch verschuldete Griechenland will weitere Lohnkürzungen im öffentlichen Sektor, eine Null-Runde bei den Pensionen, eine Mehrwertsteueranhebung sowie zusätzliche Verbrauchssteuern einführen. Zudem sollen Besitz und Einkommen der Kirchen besteuert werden. Insgesamt sollen damit 4,8 Mrd. Euro eingespart werden. "Der große Wurf ist das Programm aber nicht, letzten Endes kam alles so wie erwartet", sagte Analyst Rainer Sartoris von HSBC Trinkaus. Investoren blieben skeptisch bezüglich der Umsetzung des Programms und hofften weiter auf konkrete Hilfszusagen für den finanziell klammen Mittelmeerstaat. "So lange das nicht passiert, bleibt der Markt volatil." Bundeskanzlerin Angela Merkel hat Spekulationen über deutsche Hilfen bereits gedämpft.
Auch am Rentenmarkt standen die Entwicklungen rund um Griechenland im Mittelpunkt des Geschäfts. Der von Investoren geforderte Risikoaufschlag für griechische Staatsanleihen im Vergleich zur zehnjährigen Bundesanleihe fiel auf 284 (Vortagesschluss: 305) Basispunkte. Der Bund-Future lag zehn Ticks im Minus bei 124,10 Zählern. Die zehnjährige Bundesanleihe rentierte mit 3,135 Prozent.
Versicherungen gegen Ausfallrisiken der griechischen Staatsanleihen verbilligten sich. Die fünfjährigen Kreditderivate (CDS) zur Absicherung von Staatsschulden des Mittelmeerstaats fielen nach Daten von CMA DataVision auf 308,2 Basispunkte. Das bedeutet, eine Versicherung für zehn Mio. Euro griechischer Schulden gegen Ausfall kostet derzeit 308.200 Euro. Zum Handelsschluss in New York waren es noch 320,1 Basispunkte gewesen.
Im Fokus der Investoren blieb unterdessen das britische Pfund. In Reaktion auf eine unerwartet gute Stimmung bei britischen Dienstleistern legte die Währung zu. In der Spitze wurden 1,5066 Dollar gezahlt nach 1,4969 Dollar im späten Dienstagsgeschäft. Der Euro fiel im Gegenzug bis auf 90,44 Pence von 90,94 Pence im späten Vortagesgeschäft. Der Markit-Service-Index für Großbritannien war im Februar unerwartet auf 58,4 (Januar: 54,5) Punkte gestiegen und damit auf den höchsten Stand seit Januar 2007.
rts
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