Mittwoch, 08. September 2010
Dünne Agenda
Dünner Dax erwartet
Nach schwachen Vorgaben der Börsen in Übersee wird der deutsche Aktienmarkt marktbeobachtern zufolge mit Kursverlusten starten. Die US-Märkte seien im Sitzungsverlauf kontinuierlich abgebröckelt. Nach dem langen Wochenende in den USA sei das besonders bedenklich, kommentiert ein Analyst.
Den schwächeren Vorgaben aus den USA ebenso wie Tokio werden sich die deutschen Standardwerte nach Einschätzung von Händlern kaum entziehen können. Der X-Dax als außerbörslicher Indikator für den Dax notierte gegen 8.05 Uhr bei 6.101,82 Punkten und damit 0,26 Prozent tiefer als zum Xetra-Schluss am Dienstag.
Die US-Märkte seien im Sitzungsverlauf kontinuierlich abgebröckelt und nach dem langen Wochenende in den USA sei das besonders bedenklich, sagte Analyst Ben Potter von IG Markets. Der Future auf den US-Leitindex Dow Jones Industrial verlor 0,37 Prozent seit dem Vortagesschluss auf Xetra und in Japan schloss der Leitindex Nikkei 225 mit Verlusten. Die Agenda ist noch relativ dünn bestückt. Lediglich einige Konferenzen wie die Handelsblatt-Jahrestagung "Banken im Umbruch" könnten Impulse bringen.
Im Fokus stehen weiterhin Finanztitel wie Deutsche Bank oder Commerzbank. Bereits am Dienstag hatte ein Artikel im "Wall Street Journal" die Notierungen unter Druck gesetzt, wonach in dem europäischen Bankenstresstest die möglichen Belastungen durch den Ausfall staatlicher Kreditnehmer nicht in ausreichendem Maße berücksichtigt worden seien. Außerdem bleibt weiter unklar, wie sich die aktuell diskutierten, schärferen Regeln zur Kapitalausstattung von Banken ('Basel III') auf die Branche auswirken werden. Im vorbörslichen Handel beim Broker Lang & Schwarz gaben die Bankwerte bereits etwas nach.
Stahlwerte im Fokus
Darüber hinaus sollten die Anleger Stahlwerte auf ihre Beobachtungsliste setzen.
Im Saarland kommt es zu einem Zusammenschluss zweier Stahlhersteller, was einem
Händler zufolge zwar mehr Wettbewerb für Salzgitter und auch ThyssenKrupp bedeuten
könnte, die Kurse aber kaum bewegen dürfte. Dillinger Hütte und Saarstahl bilden
künftig Konzernverbund, wie Paul Belche, Vorstandschef der Dillinger Hütte, der
"Financial Times Deutschland" (FTD) sagte. Mit einer Jahresproduktion
von zuletzt 3,2 Mio. Tonnen entsteht der Zeitung zufolge damit nach ThyssenKrupp
und Salzgitter der drittgrößte deutsche Stahlhersteller. Wichtiger findet der Börsianer
Aussagen auf einer Edelstahl-Konferenz, demzufolge die bisher zähe Nachfrage in
dem Sektor nach Einschätzung führender Anbieter im vierten Quartal anziehen sollte.
Zudem stehen die Titel von Bayer im Blick. Börsianer verwiesen auf einem Medienbericht,
wonach ein US-Berufungsgericht nicht überprüfen will, ob spezielle, im Jahr 1997
zwischen der Firma Barr Laboratories und Bayer vereinbarte Patenteinigungen bezüglich
des Medikamentes Cipro wettbewerbswidrig sind. Cipro wird zur Behandlung von Infektionskrankheiten
verwendet. Ein Händler wertete den Bericht als leicht positiv für Bayer, da die
US-Regierung nun erstmals mit ihrem Anliegen, solche Deals einzudämmen, einen Rückschlag
erlitten habe. Allerdings habe die zuständige US-Kartellbehörde bereits angekündigt,
dass sie weiter gegen derartige Absprachen ("pay-for-delay") zwischen
Originalherstellern und Generika-Anbietern vorgehen werde, die nach Auffassung der
US-Regierung auf Kosten der Patienten gehen.
rts7DJ
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