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Quartalsende lässt Fragen offen: Dow schließt leicht im Minus

Nach einem satten Aufschlag von zwei Prozent an zwei Handelstagen ist die Luft beim Dax wieder raus. Der Leitindex fällt in sein altes Schema zurück - wie so oft in den vergangenen drei Monaten. Und an der Wall Street ist Zurückhaltung angesagt.

Am deutschen Aktienmarkt ist es mit der bisherigen nachösterlichen Herrlichkeit am Donnerstag wieder vorbei. Die Kurse fielen - auf breiter Front. n-tv-Börsenexpertin Corinna Wohlfeil machte auf dem Frankfurter Parkett "Katerstimmung" aus und verwies auf die "Feier zur Wochenmitte". Das beweise wieder einmal, wie schwankungsanfällig der Leitindex seit Monaten sei, erläuerte sie.

Der Dax schloss das erste Quartal mit einem Punktestand von 9966 ab. Am Donnerstag büßte er damit 0,8 Prozent ein. Am Mittwoch war er 1,6 Prozent fester, am Dienstag 0,4 Prozent höher aus dem Handel gegangen. Der MDax verabschiedete sich mit einem Abschlag von 0,5 Prozent und 20.398 Stellen aus dem Handel. Der TecDax verlor 0,1 Prozent auf 1626 Punkte.

Alles in allem blickt der Dax damit auf ein äußerst schwaches Startquartal zurück. Gegenüber dem Jahresende 2015 notiert der Leitindex rund 750 Punkte tiefer. Der Dow-Jones-Index präsentierte sich nach dem Jahreshoch zur Wochenmitte immerhin rund 2 Prozent höher als Ende 2015.

Devisen: Euro um 1,14

Ein Belastungsfaktor für den deutschen Aktienmarkt war der deutlich erstarkte Euro. Er erholte sich von seinen frühen Abgaben deutlich, knackte die 1,14er Marke, markierte bei 1,1412 Dollar sein Tageshoch und kostete am Abend 1,1399 Dollar. Das war ein Aufschlag für die Gemeinschaftswährung von 0,6 Prozent zum Mittwochshandel.

Die Europäische Zentralbank (EZB) setzte den Referenzkurs auf 1,1385 Dollar fest nach 1,1324 Dollar am Mittwoch. Laut Morgan Stanley kann das schwache Umfeld für den Greenback den Euro sogar über 1,15 Dollar treiben. Das wäre ein Niveau, das er seit Anfang 2015 nicht erreicht hat.

Auftrieb erhielt der Eurokurs durch besser als erwartet ausgefallene Inflationsdaten aus der Eurozone. So war die Kernjahresrate, die schwankungsanfällige Energie-, Lebens- und Genussmittel ausschließt, im März mit 1,0 Prozent stärker gestiegen als erwartet. Insgesamt waren die Verbraucherpreise im Jahresvergleich um 0,1 Prozent gesunken.

"Man sieht bei den Inflationsdaten etwas Licht am Ende des Tunnels", sagte Stephan Rieke, Devisenexperte bei der BHF-Bank. "Die Daten dürften den Druck auf die EZB etwas vermindern, die Geldpolitik noch weiter zu lockern."

Dax: Banken, Versorger, Autos

Bei den Einzelunternehmen blieb die Nachrichtenlage noch nachösterlich ruhig. Im Blick behielten die Anleger im Dax die Banken, Versorger und Autowerte. Vor allem die Deutsche Bank hat nach Ostern Federn gelassen, die Titel gehörten an den beiden vergangenen Handelstagen jeweils zu den schwächsten Werten im Leitindex - und führten diesen Negativtrend fort. Deutsche Bank büßten rund 1 Prozent ein. Coba schlossen 0,4 Prozent schwächer.

Eon, die dagegen an den beiden vergangenen Handelstagen gefragt waren, legten am Donnerstag eine Verschnaufpause ein. Die Titel sackten fast 3 Prozent ab. Jüngster Kurstreiber war die am Dienstag überraschend deutlich erhöhte Jahresprognose des Konzerns.

Bei den Autowerten sorgte Volkswagen jüngst wieder für Negativschlagzeilen. Die Aktie hinkt nach Ostern dem Gesamtmarkt hinterher. Heute ging es für VW rund 1 Prozent abwärts. BMW und Daimler gingen aus dem Handel mit Abschlägen von 1,1 Prozent und 0,7 Prozent.

TecDax: Hier spielt die Musik

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Eine "vorsichtige" Gewinnprognose habe der IT-Entwickler Nemetschek gegeben, sagte ein Händler. Mit einem avisierten EBITDA von 77 bis 80 Millionen Euro im laufenden Jahr liege das Unternehmen leicht unter den Prognosen einiger Analysten, die mehr als 80 Millionen Euro prognostizierten. Die Konsensschätzung liege aber am oberen Rand der Prognosespanne. Nemetschek drehten spät ins Minus und verloren rund 1 Prozent.

RIB Software schlossen dagegen 5,5 Prozent im Minus. Das Unternehmen hatte nach Aussage eines Händlers eine "konservative" Gewinnprognose für 2016 abgegeben. Dem EBITDA-Ziel von 20 bis 25 Millionen Euro im laufenden Jahr stünden überwiegend Analystenschätzungen am oberen Rand dieser Spanne gegenüber. "Auch die Dividende ist etwas enttäuschend", sagte der Händler. Mit 0,16 Euro je Aktie liege sie unter der Erwartung von 0,20 Euro.

Kräftig nach oben ging es wiederum für Aixtron. Die Aktien zogen mehr als 11 Prozent auf ein Jahreshoch an. Am Markt hieß es, die Aktien würden gern von der Short-Seite gespielt. "Momentan sind rund 13 Prozent in der Aktie short", so ein Händler. In die Aufwärtsbewegung hinein seien diese Investoren gezwungen, ihre Positionen schrittweise zu schließen.

Nordex gewannen etwa 1,5 Prozent. Das Unternehmen hatte ein Schuldscheindarlehen von 550 Millionen Euro bei nationalen und internationalen Investoren platziert. Das Unternehmen wird die eingenommenen Mittel nach eigenen Angaben vorrangig für die Übernahme der Acciona Windpower verwenden. Je nach Tranche liege der Zinssatz zum Zeitpunkt der Emission zwischen 1,5 und 3,0 Prozent.

USA: Wall Street schließt wechselhaftes Quartal ab

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Zum Abschluss eines wechselhaften Handelsquartals hat am Donnerstag Zurückhaltung die Wall Street beherrscht. Börsianer sprachen von einer Verschnaufpause vor Veröffentlichung des US- Arbeitsmarktberichts für März, der am Freitag vorgelegt wird. Am Mittwoch waren die vom Arbeitsmarktdienstleister ADP gemeldeten Stellenzuwächse in der US-Privatwirtschaft robust ausgefallen. Die Erstanträge auf Arbeitslosenunterstützung sind derweil in der vergangenen Woche etwas stärker gestiegen als gedacht.

Der Dow-Jones-Index der Standardwerte schloss 0,2 Prozent tiefer bei 17.685 Punkten. Der breiter gefasste S&P-500 verlor ebenfalls 0,2 Prozent auf knapp 2060 Zähler. Der Index der Technologiebörse Nasdaq notierte kaum verändert mit rund 4870 Stellen.

Die Wettbewerberpapiere von McDonald's gaben 0,1 Prozent ab. McDonald's will in China mehr Umsatz erzielen, benötigt für die Expansion aber einen privaten Investor. Micron Technology verloren ebenfalls 0,1 Prozent. Zwar fiel der Quartalsverlust des Chipherstellers geringer als befürchtet aus, der Umsatz brach im zweiten Geschäftsquartal aber um fast 30 Prozent ein.

Tesla zogen am Tag der Vorstellung des neuen "Model 3", mit dem der Elektrofahrzeugbauer massentauglich werden will, um 1,3 Prozent an. Das "Model 3" soll im kommenden Jahr zum Preis von voraussichtlich etwa 35.000 Dollar auf den Markt kommen.

Rohstoffe: Brent unter 40 Dollar

Der Ölpreis drehte im Handelsverlauf leicht ins Plus. Ein Barrel (etwa 159 Liter) der Nordseesorte Brent kostete am Ende 39,60 Dollar und damit immerhin 0,9 Prozent mehr als zum Vortagesschluss. Der Preis für ein Fass der amerikanischen Sorte West Texas Intermediate (WTI) verteuerte sich um 2 Cent auf 38,34 US-Dollar.

Ein neues Rekordniveau bei den Rohöllagerbeständen in den USA hatte zwischenzeitlich auf die Preise gedrückt, hieß es aus dem Handel. In den USA waren die Ölreserven laut Zahlen des Energieministeriums vom Mittwoch erneut auf einen Rekordstand gestiegen. Die Bestände kletterten in der vergangenen Woche um 2,3 Millionen Barrel auf 534,8 Millionen Barrel. Volkswirte hatten allerdings mit einem noch etwas stärkeren Anstieg um 2,8 Millionen Barrel gerechnet.

Asien: uneinheitlich

Die Börsen in Ostasien standen auch am Donnerstag noch unter dem Eindruck der "taubenhaften" Äußerungen von Fed-Chefin Yellen vom Dienstag. Allerdings ging zumindest den Käufern an der Tokioter Börse zum Handelsende die Puste aus. Der Nikkei-Index gab 0,7 Prozent auf 16.759 Punkte ab.

In China stiegen die Kurse dagegen. Der Shanghai Composite legte zu, nachdem die chinesische Zentralbank den Yuan zum Dollar auf dem höchsten Niveau seit dem 15. Dezember gefixt hat. Beobachter sprachen von wiedererwachter Risikofreude der chinesischen Anleger. 

An der Börse in Sydney kletterte der S&P/ASX200 1,4 Prozent. Dort machten vor allem die Aktien der vier größten australischen Banken Boden gut, die in den vergangenen Tagen unter der Furcht vor Kreditausfällen gelitten hatten. Die Gewinne von ANZ, Commonwealth Bank of Australia, National Australia Bank und Westpac reichten von 1,5 bis 2,4 Prozent.

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Quelle: n-tv.de

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