Fed-Signale, China, Rom und Google: Dow schließt auf Tageshoch
An der New Yorker Wall Street geht ein ereignisreicher Tag zu Ende: Die Sorgen um Italien erweisen sich als übertrieben, der Dämpfer vom US-Arbeitsmarkt verpufft. Die Aussicht auf anhaltende Unterstützung durch die Fed sorgt für konjunkturelle Zuversicht. China-Gerüchte machen die Runde.
Trotz enttäuschender Daten vom US-Arbeitsmarkt hatdie Wall Street deutlich zugelegt. Der Leitindex Dow Jones baute seine Vortagesgewinne aus und stieg um 1,41 Prozent auf 12.986,58Punkte. Auf Jahressicht hat er damit bereits um mehr als 6 Prozent zugelegt. Der breitergefasste S&P-500-Index kletterte zum Handelsschluss um 1,38 Prozent auf 1387,57Punkte. An der Technologiewertebörse Nasdaq zog der Composite-Index um 1,30 Prozent auf 3055,55Punkte an. Der Auswahlindex Nasdaq 100 verbesserte sich um 1,19 Prozent auf 2740,26Punkte.
Die Gründe für den deutlichen Aufwärtstrend lagen für Beobachter auf der Hand: Zwei Vertreterder US-Notenbank (Fed) hatten im Handelsverlauf noch einmal bekräftigt, dass der Leitzins bis 2014 auf demaktuell sehr niedrigen Niveau verharren dürfte, um die Wirtschaft zu stützen. Dieshabe die Anleger beruhigt, sagten Börsianer.
Kräftiger Rückenwind kam auch aus Richtung China: Spekulationen zufolge könnten dieam Freitag anstehenden Daten zur chinesischen Wirtschaftsentwicklung besser ausfallenals erwartet. Es gebe das Gerücht, dass das Bruttoinlandsprodukt der Volksrepublikim ersten Quartal um 9,0 statt der erwarteten 8,3 Prozent gestiegen sei, sagteein Händler.
Die überraschendgestiegenen versetzten den Optimistennur einen leichten Dämpfer. Im Wochenvergleich hatte die Zahl um 13.000 auf 380.000 Anträge zugelegt, während Volkswirte nur mit einem Wert von 355.000 gerechnethatten. Auch die Sorgen um eine Ausweitung der Schuldenkrise erwiesen sich angesichts der glimpflich verlaufenen als übertrieben.
Positive Nachrichten kamen auch vom US-Außenhandel: Exporte in Rekordhöhe ließendas Defizit in der US-Handelsbilanz schrumpfen. Die Einfuhren übertrafen im Februardie Ausfuhren nur noch um rund 46 Mrd. Dollar. Erwartet worden waren fast52 Mrd. Dollar. Das Defizit verringerte sich damit auf Monatssicht so stark wie seitMai 2009 nicht mehr.
An der Dow-Spitzeschnellten die Papiere von Hewlett-Packard (HP) um 7,18 Prozent auf 25,09 US-Dollarnach oben. Damit verbuchten die Titel ihren größten Tagesgewinn seit mehr als fünfMonaten. Das hat sich dem Analysehaus Gartnerzufolge unerwartet ausgeweitet. Zudem bleibt HP den Experten zufolge ein Marktführer.
ZweitbesterWert im Dow waren die konjunktursensiblen Papiere des Baumaschinenherstellers Caterpillar,die sich um 4,61 Prozent verteuerten.
Die Aktien des Aluminiumherstellers bauten ihre deutlichen Vortagesgewinne aus und stiegen um 2,73 Prozent. Das Unternehmenhatte am Dienstag die Berichtsaison mit einem überraschenden Quartalsgewinn eröffnet.
Unter denTechnologiewerten zogen die Papiere von Google um 2,42 Prozent an. Der Internet-Konzernveröffentlichte kurz nach Handelsschluss seine Zahlen für das erste Quartal undüberraschte positiv mit seinem Gewinn je Aktie. Im nachbörslichen Geschäft legtendie Papiere um mehr als 1 Prozent zu.
An ihremersten Tag an der Börse fielen die Titel des Finanzinvestors unter den Ausgabepreisvon 43,00 Dollar. Bei Ertönen der Schlussglocke notierten sie bei 42,39 Dollar.Börsianer begründeten das Minus mit dem derzeit eher schwierigen Umfeld für Börsengänge.Oaktree ist in Deutschland zum Beispiel durch seinen zeitweiligen Einstieg bei einemBerliner Immobilienunternehmen und durch die Übernahme der insolventen Bremer Spezialreederei Beluga bekannt.
Die Anteilsscheine von MRC Global konnten an ihremersten Handelstag nur wenig zulegen - sie stiegen um 0,2 Prozent. DerZulieferer für die Energiebranche nahm bei seinem Börsengang 477 Mio. Dollarein.
An der NewYork Stock Exchange wechselten rund 760 Mio. Aktien den Besitzer. 2460 Wertelegten zu, 530 gaben nach und 113 blieben unverändert. An der Nasdaq schlossen beiUmsätzen von 1,47 Mrd. Aktien 1859 im Plus, 641 im Minus und 106 unverändert.
Der profitierte von einer gewissen Entspannung der europäischen Schuldenkrise und wurdezuletzt bei 1,3192 US-Dollar gehandelt.
Quelle: n-tv.de