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Dienstag, 14. Februar 2017

Kaum Bewegung im Dax: Dow schließt auf Allzeithoch

Lange bewegt sich der Dax kaum von der Stelle. Die Anleger halten ihr Pulver vor der Rede von Fed-Chefin Yellen vor dem Bankenausschuss des US-Senats trocken. Dann endlich die ersten Äußerungen der Notenbank-Präsidentin.

Während sich zur Handelszeit beim Dax am Dienstag nicht viel bewegt, nimmt die Wall Street am Abend Fahrt auf. Nach einem zögerlichen Auftakt erreichten die drei Hauptindizes erneut Rekordhöhen, der Dow stieg erstmals in seiner Geschichte über 20.500 Punkte. Alle Aufmerksamkeit richtete sich auf Notenbank-Präsidentin Janet Yellen, die sich ziemlich falkenhaft äußerte. Vor dem Bankenausschuss des Senats warnte sie vor einer zu langsamen Straffung der Geldpolitik.

Dax und Co. zeigten sich dagegen kaum bewegt. Die Handelsspanne des deutschen Börsenleitindex betrug bis zum späten Nachmittag nicht einmal 35 Punkte. Bei 11.788 war der Deckel drauf. "Der Dax tritt auf der Stelle", kommentierte n-tv-Börsenexpertin Katja Dofel. Daran änderte im späten Frankfurter Handel auch das Tagesthema nichts: die Rede der US-Notenbankchefin Janet Yellen vor dem Bankenausschuss des US-Senats.

Der Dax schloss unverändert bei 11.772 Punkten. Am Montag war er 0,9 Prozent höher geschlossen. Der MDax verabschiedete sich 0,2 Prozent fester bei 22.286 Zählern. Der TecDax bewegte sich 0,2 Prozent aufwärts  auf 1881 Stellen.

Konjunktur: Yellen und ZEW

US-Notenbankchefin Yellen hat die Finanzmärkte mit deutlichen Worten auf bald steigende Zinsen eingestimmt. Ein solcher Schritt nach oben sei unter gewissen Bedingungen auf einer der nächsten Sitzungen "wahrscheinlich angebracht", sagte Yellen vor dem Bankenausschuss des Senats. Dazu müssten sich der Arbeitsmarkt und die Inflation im Einklang mit den Erwartungen der Zentralbank Fed entwickeln. Es sei aus ihrer Sicht unklug, die Straffung zu lange hinauszuzögern.

Die nächste Fed-Sitzung steht im März an. Viele Experten erwarten aber, dass die Notenbank bis Juni mit einer Erhöhung wartet - wenn sich die Auswirkungen der Haushaltspolitik des neuen US Präsidenten Trump auf die Wirtschaft besser abschätzen lassen. Yellens Rede vor dem Ausschuss war ihr erster Auftritt vor dem Kongress seit dem Amtsantritt Trumps.

Keine große Belastung für den deutschen Aktienmarkt sahen Händler im schwachen ZEW-Index. "Dass der Dax etwas zurückkommt, liegt nur am Widerstand bei 11.800 Punkten", sagte ein Händler. . Der ZEW-Index fiel im Februar auf 10,4 nach 16,6 im Januar, obwohl nur ein leichter Rückgang auf 15,0 erwartet wurde.

Der Rückfall im ZEW-Index dürfte hingegen klar den "Trump-Tweets" geschuldet sein: "Der ZEW befragt hauptsächlich Finanzanalysten, und die verunsichert die Themen-Volatilität, die die Trump-Tweets in die Märkte gebracht haben", hieß es im Handel. Zudem rückten die Wahlen in Frankreich und den Niederlanden immer mehr als politische Risiken für die EU in den Fokus.

USA: Nichts Wildes

Der Dow-Jones-Index legte um 0,5 Prozent auf 20.504 Punkte zu und schloss auf Tageshoch, das zugleich das neue Allzeithoch ist. Der S&P-500 stieg um 0,4 Prozent auf 2.338 Punkte und der Nasdaq-Composite um 0,3 Prozent auf 5.783 Punkte.

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Am Aktienmarkt legten Bankenwerte zu, da steigende Renditen der Branche üblicherweise höhere Erträge erbringen. JP Morgan führte den Dow an mit einem Plus von 1,6 Prozent, Goldman Sachs gewannen 1,3 Prozent. Der Bankensektor im S&P-500 stieg um 1,8 Prozent.

Die Apple-Aktie erreichte ein neues Allzeithoch bei 135,09 Dollar, zum Handelsschluss gewann sie 1,3 Prozent. Seit dem jüngsten Quartalsbericht Ende Januar hat die Aktie 11 Prozent zugelegt, am Montag hatte sich Goldman Sachs positiv geäußert. Ein Treiber ist auch die Spekulation, dass sich das in diesem Jahr anstehende iPhone 8 drahtlos aufladen könnte.

In der Automobilbranche könnte eine Großfusion anstehen: Der französische Autokonzern Peugeot hat Interesse an einer Übernahme von Opel. Peugeot bestätigte, den Kauf des defizitären Europageschäfts von General Motors (GM) zu prüfen. An der Börse wurde der potenzielle Deal bereits beklatscht: Das Papier von General Motors legte um 4,8 Prozent zu.

Dax: Unerwartet schlecht

Bei den Einzelwerten im Dax warteten Heidelbergcement mit Zahlen auf. Dabei sei das Unternehmen bei allen wichtigen Kennziffern im vierten Quartal hinter den Erwartungen zurückgeblieben, sagte ein Händler. Der wichtige operative Gewinn vor Abschreibungen (OIBD) liege im vierten Quartal um knapp 4 Prozent unter der Konsensschätzung. "Für Aktienkäufe auf einem Kursniveau von 90 Euro sprechen die Zahlen und auch der Ausblick nicht gerade", so der Händler. Die Aktien gaben rund 3 Prozent ab.

MDax: Geht doch ...

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Bilfinger legten dagegen etwa 4 Prozent zu. Der Baukonzern will sich künftig auf zwei Geschäftsbereiche, vier Regionen und sechs Industrien konzentrieren. Leicht stützend für den Aktienkurs wirke sich das neue Aktienrückkaufprogramm aus, so ein Händler.

Rheinmetall sprangen mit einer Kaufempfehlung der UBS fast 6 Prozent an. Und im TecDax stiegen Nemetschek etwa 5,5 Prozent, nachdem Berenberg die Aktie auf die Kaufliste genommen hatte.

SDax: China mit ins Boot

Grammer schlossen rund 1,5 Prozent fester. Der Autozulieferer verhandelt mit der chinesischen Ningbo Jifeng Auto Parts über eine strategische Partnerschaft. Die Chinesen könnten bei Grammer einsteigen. Diese Spekulation trieb die Grammer-Aktie schon am Montag nach oben.

Europa: CS überzeugend?

Credit Suisse zogen etwa 1 Prozent an. Mit gemischten Gefühlen blickten Händler dabei auf die Zahlen der Schweizer Großbank. "Insgesamt sieht alles schlechter als erwartet aus", sagte ein Händler. Vor allem sei der Verlust erneut deutlich höher ausgefallen. Zudem sei die Leverage Ratio weiterhin zu hoch. Positiv sei die Entwicklung bei den Assets under Management hervorzuheben. Zudem laufe das Geschäft in der Asien-Pazifik-Region besser als erhofft.

Rolls-Royce verloren in London um 3 Prozent. Das Unternehmen hatte einen Milliardenverlust bekannt gegeben. Dieser ging vor allem auf Hedging-Verluste zurück. Im Handel wurde aber die gute operative Entwicklung hervorgehoben.

Kommt PSA-Opel-Deal?

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Rund 3,5 Prozent ging es für PSA nach oben. Hier trieb ein Medienbericht über eine mögliche Fusion der PSA Group mit Opel. Dazu verhandele Opel-Mutter General Motors bereits mit PSA, hieß es. "Das klingt nach Perfect Fit", kommentierte ein Händler. Opel Astra und SUVs passten gut zu den Modellen von Peugeot. "Das hätte man sich denken können und ist auch nur konsequent", so der Marktteilnehmer weiter. "Opelaner brauchen starke Nerven und viel Glück", kommentierte Autoexperte Helmut Becker.

Renault steigen 3 Prozent, Fiat 3,5 Prozent und VW etwa 1 Prozent. Während die Massenhersteller profitierten, tendierten Daimler und BMW kaum verändert und 0,4 Prozent schwächer.

Devisen: Euro deutlich unter 1,06

Der Dollar profitierte von der Aussicht auf ein höheres Zinsniveau. Der Euro fiel unter 1,06 zurück und notierte bei 1,0575 Dollar.  Vor der Rede Yellens wurde der Euro noch in der Spitze bei 1,0634 Dollar gehandelt. Die Europäische Zentralbank (EZB) setzte den Referenzkurs auf 1,0623 Dollar fest nach 1,0629 Dollar zum Wochenstart.

Damit setzte der Euro seinen Abwärtstrend fort. Hauptsächlich politische Unsicherheiten hatten in jüngst unter Druck gesetzt. Ein etwas schwächer als erwartet ausgefallenes Wirtschaftswachstum in Deutschland konnte den Euro nicht nennenswert bewegen.

Rohstoffe: Ölpreis ziehen an

Die Ölpreise erholten sich nach den Vortagesabgaben. US-Leichtöl der Sorte WTI stieg je Fass um 0,5 Prozent auf 53,20 Dollar. Hatte die strikte Umsetzung der Opec-Fördersenkungen am Vortag noch wenig Beachtung gefunden, wurde der Umstand am Dienstag als Erklärung für die sich erholenden Erdölpreise herangezogen. Mit dem Vorrücken des Dollars gab Öl aber einen Teil der Aufschläge wieder ab

Asien: Gewinnmitnahmen drücken Nikkei

An den Aktienmärkten in Fernost fand sich am Dienstag keine einheitliche Tendenz. Anleger ließen aber börsenübergreifend Vorsicht walten. Hintergrund sei der Auftritt der US-Notenbankchefin Yellen im Bankenausschuss des Senats, sagten Händler. Investoren erhoffen sich Hinweise auf den Zeitpunkt und das Tempo der nächsten Zinserhöhung. Für etwas Rückenwind sorgte die Rekordjagd an der Wall Street.

Der MSCI-Index für asiatische Aktien außerhalb Japans lag 0,2 Prozent im Plus. Mehrere wichtige Indizes, darunter auch der Shanghai Composite, notierten wenig verändert. Einbußen verbuchte dagegen der Aktienmarkt in Tokio. Der Nikkei verlor 1,1 Prozent auf 19.238 Punkte.

Auf die Stimmung drückten Sorgen um Toshiba. Der angeschlagene Industriekonzern verschob die Vorlage seiner Quartalszahlen. Anleger hatten vor allem auf Angaben zu Milliardenbelastungen im Zusammenhang mit dem US-Atomgeschäft gewartet. Toshiba-Aktien brachen um 8 Prozent ein.

Quelle: n-tv.de

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