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(Foto: AP)
Dienstag, 01. August 2017

Trump lässt Anleger hängen: Dow legt zu, verpasst aber die 22.000

Ein neuer Rekord, aber noch nicht der Sprung über die 22.000 Punkte: Der Dow Jones setzt seine Erfolgsserie fort. Er verdankt das guten Unternehmenszahlen. Konjunkturdaten und das Personalkarussell im Weißen Haus bremsen dagegen.

Die US-Börsen haben sich nach starken Unternehmenszahlen mit Gewinnen präsentiert. "Bis jetzt war es eine sehr gute Berichtssaison", sagte Craig Erlam, Analyst beim Devisenbroker Oanda. "Das verhilft den US-Aktien zu Rekordwerten und macht Enttäuschungen über die Unfähigkeit von US-Präsident Donald Trump wett, seine wirtschaftspolitischen Ideen umzusetzen."

Der Dow-Jones-Index der Standardwerte schloss 0,3 Prozent höher auf 21.963 Punkten. Im Verlauf war er auf einen Rekord von 21.990 Zählern geklettert. Damit ist das Marktbarometer nur noch wenige Punkte von der psychologisch wichtigen Marke von 22.000 Stellen entfernt. Der breiter gefasste S&P 500 erhöhte sich um 0,2 Prozent auf 2476 Zähler. Der Index der Technologiebörse Nasdaq verbesserte sich um 0,2 Prozent auf 6362 Punkte.

Auch in Europa lockten ermutigende Unternehmenszahlen Anleger in die Aktienmärkte. Der Dax legte um einen Prozent auf 12.251 Punkte zu. Was heute sonst noch an den weltweiten Börsen geschah, können Sie im Börsen-Tag nachlesen.

Ihr Augenmerk richten Anleger nun auf Apple. Der Technologiekonzern wollte nach Börsenschluss seine Quartalszahlen vorlegen. Die Papiere notierten 0,9 Prozent fester. Der Technologiesektor hat in diesem Jahr besonders stark zugelegt. Das schürte Befürchtungen, Papiere der Branche könnten überbewertet sein und vor einer Korrektur stehen.

"Drehbuch einer Seifenoper"

Die Aktien von Sprint sprangen rund elf Prozent in die Höhe. Der Mobilfunkanbieter verdiente im abgelaufenen Quartal erstmals seit drei Jahren wieder Geld. Zudem kündigte Firmenchef Marcelo Claure Informationen zu einer Fusion "in der nahen Zukunft" an. Als ein möglicher Partner gilt die US-Tochter der Deutschen Telekom.

Aus Enttäuschung über den Ausblick warfen Anleger die Aktien von Mosaic aus ihren Depots. Die Papiere des Düngemittelherstellers fielen mehr als fünf Prozent. Nach Vorlage enttäuschender Absatzzahlen gaben Ford-Aktien 2,4 Prozent nach, General-Motors-Papiere verloren 3,4 Prozent. Die großen US-Autokonzerne verkauften im Juli deutlich weniger Fahrzeuge auf ihrem Heimatmarkt.

Enttäuschende Konjunkturdaten setzten die US-Währung unter Druck. Ein überraschender Rückgang der Bauausgaben und ein geringeres Wachstum der Industrie drückten den Dollar. Auslöser war auch die Entlassung des Kommunikationschefs von US-Präsident Donald Trump, Anthony Scaramucci, nach zehn Tagen im Amt. Wenige Tage zuvor hatte Trump seinen Stabschef ausgewechselt.

"Nicht nur mich erinnern das ganze Drama und die Verwicklungen in Washington an das Drehbuch einer Seifenoper", sagte Commerzbank-Analystin Esther Reichelt. "Viele Fragen sind offen, und der Markt ist noch nicht überzeugt, dass dem Neuanfang im Weißen Haus auch endlich wirtschaftspolitische Erfolge folgen werden." Einem einflussreichen US-Senator zufolge sind die Chancen für Steuersenkungen - eines der Wahlversprechen Trumps - gering.

Quelle: n-tv.de

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