Montag, 22. März 2010
Kabel Deutschland im Blick
Dax vor schwachem Start
Die Nachwehen der überraschenden Zinsanhebung der indischen Notenbank sowie das im Vorfeld des EU-Gipfels anhaltende Gerangel um Finanzhilfen für Griechenland sollten den deutschen Aktienmarkt mit Kursverlusten in die neue Woche starten lassen. Am Morgen indiziert die Deutsche Bank den Dax mit 5901 Punkten und damit mit einem Minus von 1,4 Prozent gegenüber dem Schlusskurs vom Freitag. Kaum Schützenhilfe leisten auch die Vorgaben aus Übersee. Am Freitag haben sich die US-Indizes im späten Geschäft kaum noch bewegt, die asiatischen Börsen tendieren am Montag fast durch die Bank im Minus. In Tokio wurde wegen eines Feiertages nicht gehandelt.
Auch die charttechnische Lage spricht zunächst nicht für weitere Kursgewinne des Dax. "Die Hürden über der Marke von 6000 Punkten haben es in sich", heißt es von Staud Research mit Blick auf den freitäglichen Schluss des Leitindex unterhalb dieses Niveaus. Allerdings sei das Resultat zu Wochenausklang keine Katastrophe. "Im Rahmen einer jetzt zu erwartenden Verschnaufpause bleibt, um deren trendbestätigenden Charakter zu wahren, die Unversehrtheit der um 5850 Punkte gelagerten Unterstützungen entscheidend", so die Analysten. Sollte der Dax wider Erwarten einen Handelstag darunter beschließen, würde dies das Gros der im Rahmen des Anstiegs der vorangegangenen vier Wochen geschaffenen Chancen allerdings wieder zunichte machen.
Neue Impulse von der Konjunkturseite sind zu Wochenbeginn kaum zu erwarten. Mit dem von der Federal Reserve Bank of Chicago berechneten Index für die landesweite Wirtschaftsaktivität in den USA im Februar und dem von der EU-Kommission veröffentlichten Vertrauen der Verbraucher in der Eurozone im März stehen lediglich Daten aus der zweiten Reihe an. Allerdings wird sich EZB-Präsident Jean-Claude Trichet am Nachmittag vor dem Wirtschafts- und Währungsausschuss des Europäischen Parlaments äußern.
Der Blick der Börsianer ist heute auch auf Kabel Deutschland gerichtet: Deutschlands größter Kabelfernseh-Anbieter geht an die Börse. Das Unternehmen will 45 Mio. Aktien anbieten und damit die Hälfte der Firma. Der Kabelanbieter hofft auf Einnahmen von rund 700 Mio. Euro. Das Unternehmen versorgt neun Mio. Haushalte mit Fernsehen, Telefon- und Internetdiensten.
jga/DJ
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