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Freitag, 12. März 2010

6000 Punkte sind zu viel

Dax übernimmt sich

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(Foto: REUTERS)

Auch am Freitag hat es für den Dax nicht gereicht, die psychologisch wichtige Marke von 6000 Punkten zurückzuerobern. Gerade einmal 10 Punkte fehlten noch, doch schlechte Zahlen zur US-Konjunktur ließen die gute Laune auf dem Parkett verfliegen.

Der Dax ging mit einem Plus von 0,3 Prozent auf 5945,11 Punkte aus dem Handel. Auch der MDax notierte 0,3 Prozent im Plus bei 7926,3 Punkten. Der TecDax schloss bei 833,89 Punkten, zum Schlussstand vom Donnerstag ebenfalls ein Plus von 0,3 Prozent.

Trotz aller Gram, dass die neue Mega-Marke nicht geknackt wurde, können sich Börsianer jedoch mit guten Aussichten für die kommenden Tage trösten. Der Dax schloss deutlich über der technischen Hürde von 5960 Punkten. Aus Sicht der Charttechnik ist damit der Weg bis 6100 Punkten frei.

"Dass es heute wieder nicht geklappt hat, ist nicht allzu tragisch", sagte ein Börsianer. "Nächste Woche wird der Dax die 6000er Marke sicher knacken." Jörg Rahn, Chief Investment Officer beim Vermögensverwalter Marcard, Stein & Co., äußerte sich ähnlich. Er erhoffe sich kommende Woche Signale für eine stärkere Erholung der Weltkonjunktur.

Der von der Universität Michigan vorgelegte Index des US-Verbrauchervertrauens für März ging dagegen überraschend auf 72,5 Punkte von 73,6 Zählern im Vormonat zurück. Analysten hatten mit einem unveränderten Ergebnis gerechnet. Den unerwarteten Anstieg der US-Einzelhandelsumsätze dürfe man nicht überbewerten, sagte Helaba-Analyst Ralf Umlauf. Die Korrektur der Vormonatszahl nach unten relativiere das Plus im Februar.

VW geben Vollgas

Mit einem Plus von bis zu acht Prozent gehörten die Vorzugsaktien von Volkswagen erneut zu den Favoriten der Investoren. "Die Kapitalerhöhung fällt nun scheinbar doch geringer aus als manche erwartet haben, und das stützt den Kurs", sagte ein Händler. Andere Börsianer verwiesen auf Deckungskäufe von Investoren, die auf fallende Kurse gesetzt hatten. Zudem helfe eine Kurszielanhebung der Papiere durch Nomura auf 89 von 82 Euro. VW-Vorzüge schlossen 1,9 Prozent im Plus bei 69,99 Euro.

Unterstützt von einer Kaufempfehlung der Unicredit stiegen die Papiere der Deutschen Post zeitweise auf ein Sieben-Wochen-Hoch und notierten am Abend noch zwei Prozent fester bei 13,13 Euro. Analyst Christian Obst hatte die Post auf "Buy" von "Hold" hochgestuft und das Kursziel auf 16 von zwölf Euro angehoben. Er lobte die Restrukturierung des Logistik-Konzerns und äußerte sich optimistisch über die mittel- und langfristigen Geschäftsaussichten.

Auf der Verliererseite standen dagegen defensive Aktien, allen voran Henkel, deren Papiere sich um 1,5 Prozent verbilligten. Für Beiersdorf ging es 1,2 Prozent abwärts. Auch die Versorger Eon und RWE mussten Kursverluste einstecken und schlossen 0,7 bzw. 0,8 Prozent im Minus. Unmittelbare Gründe für die aktuelle Schwäche konnten Börsianer aber nicht nennen.

BSkyB beflügelt Sky

Im Nebenwerte-Index MDax waren Sky Deutschland mit einem Kursplus von 4,5 Prozent auf 2,10 Euro Spitzenreiter. Die Aktien des Bezahlfernsehsenders profitierte Börsianern zufolge von dem Gerücht, Großaktionär Rupert Murdoch wolle die ebenfalls zu seinem Reich gehörende britische TV-Station BSkyB komplett übernehmen. Deren Aktien stiegen daraufhin um bis zu fünf Prozent auf ein 27-Monats-Hoch von 605,5 Pence. Das TV-Unternehmen wollte sich nicht zu den Spekulationen äußern.

Schlusslicht im Technologie-Index TecDax waren Kontron mit einem Minus von 3,9 Prozent auf 7,80 Euro. Börsianern zufolge drückten Spekulationen auf einen enttäuschenden Geschäftsverlauf die Stimmung. Firmenchef Ulrich Gehrmann sagte, er könne mit der Konsens-Schätzung für 2009 weiterhin leben. Analyst Lars Dannenberg von der Berenberg Bank, stufte Kontron auf "Hold" von "Buy" zurückgestuft und schrieb in seinem Kommentar, die Markterwartungen an den Kleincomputer-Hersteller seien zu hoch.

nne/rts

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