Da kehrt wieder gute Stimmung aufs Parkett zurück. Auch wenn noch ein wenig Salz in der Suppe ist.
(Foto: REUTERS)
Dienstag, 02. Februar 2010
Zugpferd Deutsche Bank
Dax strebt nach oben
Die Finanzwerte haben dem Dax zu einem satten Plus verholfen.
Dank steigender Finanzwerte hat der Dax die Marke von 5700 Punkten wieder überwunden. Der Index schloss mit einem Plus von knapp einem Prozent bei 5709 Punkten. Der europäische Stoxx50 stieg um 0,9 Prozent auf 2512 Zähler.
Die Stimmung blieb Händlern zufolge aber verhalten. Pessimisten sahen sich durch den Rückgang der deutschen Einzelhandelsumsätze um 2,4 Prozent bestätigt. Das war das größte Minus seit Beginn der gesamtdeutschen Statistik 1994. "Das führt den Investoren vor Augen, dass die wirtschaftliche Erholung sicher nicht vom privaten Konsum getragen wird", sagte ein Händler. Etwas Rückenwind kam jedoch von der Wall Street: Positive aufgenommene Quartalsberichte verhalfen dem Dow-Jones-Index bis Handelsschluss in Europa zu einem Plus von 0,7 Prozent; die Nasdaq legte 0,4 Prozent zu.
Finanzvorstand dämpft Partystimmung
Als Stütze für den Markt erwiesen sich vor allem Finanzwerte. "Der Finanzsektor war auch total überverkauft und reif für eine Gegenbewegung", sagte ein Schweizer Händler. Besonders gefragt waren die Aktien der Deutschen Bank mit plus 2,2 Prozent, der Commerzbank mit 1,7 Prozent und der Deutschen Börse mit 2,1 Prozent. Zur Begründung verwiesen Händler zudem auf die bevorstehenden Quartalsergebnisse der Deutschen Bank am Donnerstag. Analysten erwarten im Schnitt einen Vorsteuergewinn von 1,06 Milliarden Euro - nach einem Rekordverlust von mehr als sechs Milliarden ein Jahr zuvor. In London schlossen Barclays 2,6 Prozent höher, in Zürich verbuchten Credit Suisse einen Aufschlag von 2,4 Prozent.
Münchener Rück sackten dagegen um 0,6 Prozent ab, obwohl der Rückversicherer mit einer deutlichen Gewinnsteigerung im vergangenen Jahr aufgewartet hatte. Doch offenbar trübte Finanzvorstand Jörg Schneider die Stimmung, als er betonte, er würde sich wundern, wenn im laufenden Jahr der Gewinn von 2009 wiederholt werde.
Positiv wurden dagegen die Zahlen von UPS aufgenommen. Der weltgrößte Paketdienst verbuchte im vergangenen Quartal zwar erneut Umsatz- und Gewinnrückgänge, stellte aber einen überraschend hohes Ergebnis für 2010 in Aussicht. Der Titel zog an der Wall Street um 0,6 Prozent an. Die Aktien von Konkurrent Deutsche Post gewannen 2,6 Prozent. Auch der US-Chemieriese Dow Chemical legte für das abgelaufene Quartal Zahlen vor. Obwohl die Ergebnisse über den Analystenschätzungen lagen, sackte die Aktie um 2,6 Prozent ab.
Autowerte zuckeln hinterher
Die europäischen Autowerte schafften erst am Nachmittag den Wechsel auf die Gewinnerseite. Die Titel von Daimler verbuchten nach anfänglichen Verlusten ein Plus von 0,6 Prozent, BMW schlossen 0,4 Prozent höher. Der Pkw-Markt in Deutschland war im Januar nach Angaben des VDIK-Verbandes so schwach wie seit der Wiedervereinigung nicht mehr. Auch die mittelfristigen Ziele, die Volkswagen am Mittag ausgab, wurden am Markt erst nach einigem Zögern mit Kursgewinnen honoriert. Der Wolfsburger Konzern will in den nächsten Jahren im Automobilgeschäft eine operative Umsatzrendite von mindestens fünf Prozent erreichen sowie den Absatz mittelfristig auf rund acht Millionen Fahrzeuge steigern. Die Aktien gingen 0,7 Prozent höher aus dem Handel.
In London rutschten vor allem die Aktien des Ölkonzerns BP nach Vorlage von Quartalszahlen ab. Das Unternehmen verfehlte die Gewinnprognosen der Analysten und verschreckte Anleger zudem mit einem zurückhaltenden Ausblick. Die Papiere verloren 3,8 Prozent und waren der mit Abstand größte Verlierer im Stoxx50.
jga/rts/DJ/dpa-afx
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